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Leserbrief

Casino-Busse

Othmar Züger,Auelegraben 32, Triesen | 16. November 2017

Öffentlicher Verkehr

Nehmen Sie an, Sie kommen aus dem fernen Asien auf Geschäftsbesuch nach Liechtenstein. Sie fahren vom Flughafen Zürich mit dem Zug nach Sargans, und von da wollen Sie mit dem öffentlichen Bus nach Vaduz in Ihr Hotel. Ihr Gastgeber hat Ihnen gesagt, in Sargans den limonengrünen Bus zu nehmen. Sie entsteigen in Sargans dem Zug und sehen blau-weisse und ocker-gelbe Busse, und einen mit vollflächig farbigen Aufschriften eines Casinos, aber keinen limonengrünen. Müde von der Reise denken Sie, der ist noch nicht da und warten. Inzwischen fahren die Busse ab, auch derjenige für die Casino-Besucher. Nach 10 Minuten werden Sie etwas unruhig und denken, die sind aber nicht gerade pünktlich in Liechtenstein. Nach 20 Minuten tauchen wieder blau-weisse und ocker-gelbe Busse auf, und ein grauer Bus mit grosser Aufschrift einer Bank, aber wieder kein limonengrüner. Das muss ein Firmenbus einer Bank sein, denken Sie, im Bankenland Liechtenstein gibt es sicher solche für die vielen Mitarbeiter. Auch diese Busse fahren wieder ab. Verunsichert fragen Sie nun am SBB-Schalter, in gebrochenen English nach Liechtenstein Bus. Freundlich wird Ihnen gesagt, das seien diese Yellow-Green Busse. Ok, denken Sie, dann muss ich halt weiter warten. Wieder kommen Busse in den gewohnten Farben, wieder ein Casino Bus, diesmal einer mit roten Streifen. Verzweifelt nehmen Sie allen Mut zusammen, und fragen den Casino-Bus-Chauffeur mit Gesten, «Wadus-Bus»? Der deutet Ihnen, dieser Casino-Bus sei es. Unsicher, ob er richtig verstanden hat, fragen Sie noch 2-mal nach «Wadus-Bus», Sie wollten nach Vaduz ins Hotel, und nicht ins Casino. Zögerlich wagen Sie nun nach schon über einstündigem Warten, in diesem Bus mitzufahren, stellen sich aber schon darauf ein, beim Casino dann ein Taxi nehmen zu müssen, um doch noch in Ihr Hotel zu gelangen.
So sehr es zu begrüssen ist, dass LIEmobil mit ihren Bussen als Werbefläche zusätzliche Einnahmen generiert, sie könnten aber zumindest die Fahrzeugfront, die Türen und ein gut sichtbarer Rahmen um diese in der offiziellen Limonen-Farbe lassen. So könnten auch zugereiste Fremde diese als öffentliche Liechtenstein-Busse erkennen, und sich nicht im fremden Land übermüdet auf ein «Mitfahr-Experiment» in einem Casino-Bus einlassen zu müssen. Wurde die Limonen-Farbe vor gut 15 Jahren von LBA-Oberen damals als unabdingbar «identitätswichtige» Neuerung für Liechtenstein gegen das bewährte Ockergelb der Postautos vehement durchgesetzt, scheint es heute kommentarlos Casino-Farben weichen zu dürfen.

Othmar Züger,
Auelegraben 32, Triesen

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