Leserbrief

Wann beginnt die Zukunft?

Willy Marxer,Schwarze Strasse 4, Eschen | 15. November 2017

Maut für LKWs

Die Transitstrecke durchs Unterland (Schaanwald bis Bendern) wird nach Schaanwald jetzt auch in Eschen repariert. An einem Beispiel von Zeit Online berechnet der deutsche Wissenschaftsredakteur Christoph Drösser die Belastung der Stras­sen durch den LKW-Verkehr. Er kommt zum erstaunlichen Ergebnis: «Ein LKW schädigt die Strassen 100 000 Mal so stark wie ein PKW.»
Auch bei kritischer Betrachtung dieses Resultats muss man zugeben: Bei täglich über 620 Schwerverkehrsfahrten (laut der Strassenverkehrszählung von 2013 in Schaanwald) und bei über 590 vorwiegend ausländischen LKWs, die täglich in Bendern den Rhein überqueren – Tendenz steigend – ist das Schadenausmass, das der Schwerverkehr an unseren Strassen und Brücken verursacht, enorm. Ganz abgesehen vom wachsenden Leidensdruck, dem die Bevölkerung durch Abgas und Lärm ausgesetzt ist. Man fragt sich, wann endlich, nach all den Dis­kussionen der Vergangenheit, geschieht dagegen effektiv Spürbares? Vielleicht hilft der folgende Vorschlag unserer Verkehrspolitik weiter: Der Schweizer Bund, so schreibt das VCS-Magazin in der November-Ausgabe, habe die Einführung einer elektronischen Vignette publik gemacht, welche die bisherige Klebeetikette ersetzen soll. Und, dass die Erfassung zur Einhebung der Autobahngebühr neu zum Beispiel übers Handy erfolge beziehungsweise auf das Nummernschild und nicht mehr, wie bisher, auf das Fahrzeug. Fixe oder mobile Kontroll­einrichtungen an der Autobahn würden überprüfen, ob ein Fahrzeugschild und die Entrichtung der fälligen Maut im System registriert sind. Falls nicht, erhält der Inhaber des Nummernschildes eine Busse. Ein ähnliches System werde heute bereits in zahlreichen Städten praktiziert, wie etwa auch in London.
Ich wünsche mir sehr, dass bei uns künftig alle ausländischen LKWs in gleicher Weise erfasst werden beziehungsweise, dass sie noch vor der Grenzüberfahrt ins Land entscheiden müssen, ob sie Maut für ihre hier verursachten Nachteile und Schäden mitzahlen wollen (wie andernorts auch) oder Liechtenstein lieber umfahren. Ich bin sicher, wir hätten bald weniger stehenden Verkehr, weniger fremdverursachte Reparaturkosten an unseren Strassen und eine bessere Lebensqualität. Wann also beginnt diese Zukunft?

Willy Marxer,
Schwarze Strasse 4, Eschen

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Liechtensteiner Volksblatt AG
© 2017, Alle Rechte vorbehalten.
Volksblatt Werbung