Leserbrief

Liebe Veronika Hilti, liebe Susanne Eberle-Strub

Katrin Hasler,Hohlstrasse 508, Zürich | 9. November 2017

Quoten-Diskussion

Sie beschweren sich, dass «Hoi Quote» die Podiumsdiskussion des FBP-Landesvorstands falsch wiedergegeben habe. Ich will Ihnen nicht absprechen, dass Sie die Veranstaltung anders erlebt haben als ich. Aber in meiner Anwesenheit sagte ein FBP-Vertreter, dass es doch egal sei, wenn es wenige oder keine Frauen im Landtag habe, denn es komme ja auf die politische Einstellung und nicht das Geschlecht an. Von einem Bekenntnis für mehr Frauen in der Politik könnte diese Aussage nicht weiter entfernt sein. Es gibt genug kompetente Frauen jeder politischen Couleur und die Aussage versucht, die massive Benachteiligung von Frauen zu verharmlosen. Ich halte gerne klar fest, dass sich Aurelia Frick und Josef Biedermann mehrfach öffentlich für eine Quote ausgesprochen haben. Martina Haas trug am Abend als Befürworterin einen Button von «Hoi Quote». Und bestimmt haben sich auch während der anschliessenden Diskussion mehrere FBP-Vertreterinnen und -Vertreter für eine Quotenlösung eingesetzt. Offensichtlich braucht das Mut, denn aus Gesprächen weiss ich, dass sich einige Quoten-Befürworterinnen in den Reihen der FBP bewusst zurückhalten aus Beweggründen, die mir ebenfalls bekannt sind. Statt sich über kritische Fragen einer NGO aufzuregen, wäre es hilfreicher, wenn sich die Parteien in gleichem Masse darüber aufregen, dass wir auf dem 147. Platz betreffend Repräsentanz von Frauen im Parlament liegen. Und dass nichts vorwärts geht, sondern rückwärts. Schön, dass sich Vertreterinnen der FBP öffentlich stark machen für mehr Frauen in der Politik. Statt beleidigt zu sein über kritische Fragen, wäre es schön, wenn Sie sich jetzt noch für wirksame Massnahmen zur Erhöhung der Frauenquote in politischen Gremien einsetzen. Und wenn Ihnen Frauensolidarität so wichtig ist, dann setzen Sie sich doch auch für andere Frauen ein. Gelegenheiten gibt es auch abseits einer Quotenregelung genug, zum Beispiel wenn Johannes Allgäuer, Präsident der Jungen FBP, den Vorstand von «Hoi Quote» öffentlich sexistisch angeht und als «emotional fragile Hobbylose» bezeichnet (auf der Facebook-Seite von «Hoi Quote»). Es geht eben nicht um Frauen gegen Männer, sondern um Menschen, die für Gleichberechtigung sind, gegen Menschen, denen das egal ist.

Katrin Hasler,
Hohlstrasse 508, Zürich

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