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Leserbrief

Erklärungsbedarf gefordert

Herbert Elkuch,DU-Landtagsabgeordneter | 7. November 2017

Kita-Subventionierung

Der Verein Kindertagesstätten fordert höhere Staatsbeiträge. Nach gewinnbringenden Jahren in Serie erlitt er im Jahr 2016 einen Verlust von 136 547 Franken.
Solche Einbrüche entstehen normalerweise nur bei gravierendem Auftragseinbruch, Preiszerfall der Dienstleistung oder durch nicht geplante Infrastrukturkosten. Keines dieser Ereignisse ist im Jahr 2016 in der Kinderfremdbetreuung eingetreten. Die Anzahl verkaufter Betreuungseinheiten (geleistete Arbeit) stieg um 6 Prozent und brachte 15 Prozent mehr Nettoerlöse gegenüber dem Jahr 2014, in dem 150 633 Franken Gewinn erzielt wurde. Infrastrukturprobleme können es nicht sein, weil die Räumlichkeiten von den Gemeinden und Betrieben kostenlos zur Verfügung stehen. Der Kitaverein stellt lediglich das Personal und führt den Betrieb. Der Staatsbeitrag an den Verein Kindertagesstätten war wie früher rund 15 000 Franken pro Platz und Jahr, auch für unbenutzte Plätze.
In den Jahren von 2013 bis 2015 wurden durchschnittlich pro Jahr von 69 376 geleisteten Betreuungseinheiten für 556 Kinder Nettoerlöse von 3 Mio. Franken pro Jahr erwirtschaftet. Damit wurde in diesen drei Jahren insgesamt 243 520 Franken Gewinn erzielt. Im Jahr 2016 wurden von 74 004 (+6 Prozent) geleisteten Betreuungseinheiten für 555 Kinder Nettoerlöse von 3,55 Mio. Franken (+18 Prozent) erwirtschaftet. Der Erlös ist im Verhältnis zu den geleisteten Betreuungseinheiten gestiegen, eigentlich ein gutes Jahr. Nun, Sie lesen richtig, es wurde im «guten» Jahr 2016 ein Verlust von 136 500 Franken verzeichnet. Für das Jahr 2017 prognostiziert die FBP einen weiteren Verlust bis zu 250 000 Franken.
Wie kann es sein, dass nach Jahren mit guten Gewinnen in Serie auf einmal bei sogar leicht steigender Auftragslage mit noch stärker steigenden Erlösen plötzlich so grosse Verluste entstehen? Die Arbeitsabläufe der Kinderbetreuung sind ja immer gleich. Stimmt da etwas in den oberen Etagen nicht mehr? Das hatten wir in den letzten Jahren schon des Öfteren erlebt. Millionengräber bei: Pensionskasse, Energie-Einspeisefonds, Post und Landesspital. Das Rezept des Unterländer FBP-Stellvertreters ist zu einfach. Man nehme Steuergeld der Bürger und bezahle damit die Verluste des Vereins.
Abgeordnete der DU-Fraktion forderten schon letztes Jahr eine Umstellung der Finanzierung bei Institutionen für Kinderfremdbetreuung. In diesem Jahr haben wir zusätzlich dazu ein Postulat eingereicht, mit dem Ziel, Unterstützungsgelder familienbezogen den Familien oder Alleinerziehenden zuzusprechen.

Herbert Elkuch,
DU-Landtagsabgeordneter

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