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Leserbrief

Experten raten von Knie-Operationen ab

Agnes Dentsch,Poliweg 12, Ruggell | 27. Oktober 2017

Im Juni 2017 gab es im SRF ch eine Dokumentation über Knieoperationen. Siehe: https://www.srf.ch/ kultur/wissen/experten-raten- von-knie-operationen-ab.
Zusammenfassung in Kürze.
Arthroskopie: Durch nur wenige Millimeter kleine Schnitte und von einer Minikamera im Knie können lose Meniskusteile rasch entfernt, Kreuzbänder geflickt oder die Beweglichkeit wiederhergestellt werden. Doch kommt das renommierte «British Medical Journal» in einer Studie zum Schluss, die Arthroskopie nütze wenig bis gar nichts. Vorteil verflüchtigt sich rasch. Seriöse Untersuchungen hätten gezeigt, dass man ohne Arthroskopie besser dran sei. Sie rät eindringlich davon ab, eine Arthroskopie zu machen.
Ein lukratives Geschäft, sagt der Basler Gesundheitsökonom Stefan Felder. Wenn man hochrechnet, kommt man auf rund 200 Millionen Franken im Jahr. Geld, das ganz unnötig ausgegeben werde. Denn während eine Operation im Spital schnell einmal mit 20 000 Franken zu Buche schlägt, kostet etwa eine Physiotherapie einen Bruchteil davon.
Gesundheitsminister Alain Berset: Er lässt die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Eingriffe derzeit überprüfen, um Geld einzusparen. Thomas Agoritsas, Arzt am Unispital Genf: Orthopäden verdienen an den Eingriffen, das ist ihr Geschäft.
Grosse Beharrungstendenz: Noch schwieriger aber sei, dass es bei solchen Diskussionen auch um die ärztliche Berufsehre geht. Die Fachärzte seien von ihren Praktiken sehr überzeugt, so hätten sie es schliesslich gelernt. Umso schwerer falle es ihnen einzugestehen, dass sie vielleicht während Jahren etwas praktiziert hätten, das wenig wirkungsvoll ist.
Stefan Felder findet: Die Knie-Arthroskopie sollte eigentlich nicht von den OKP bezahlt werden. Und wie ist es bei uns im Land? Wird auch hier unnötig operiert, weil es lukrative ist? Wer berät Patienten wirklich seriös? Wäre nicht eine Zweitmeinung angebracht?

Agnes Dentsch,
Poliweg 12, Ruggell

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