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Leserbrief

Die unbequeme Wahrheit

Der Vorstand und dieLandtagsfraktion der Freien Liste | 31. Oktober 2015

Klimawandel

Diese Woche fanden zwei Veranstaltungen zum Thema Klimawandel statt. Eine davon in Triesen, organisiert von der Partei die Unabhängigen, die andere an der Uni, organisiert von der Life Klimastiftung. Beide Veranstaltungen waren interessant und aufschlussreich, obwohl ab und zu die Emotionen etwas hochschossen. Auffallend aber war, dass ausser der DU-Partei sämtliche Vertreter des Landtags sowie die Regierungsmitglieder mit sensationeller Abwesenheit brillierten. Dies lässt aufhorchen, zumal auch an der Uni die Zukunft der Temperaturen infrage gestellt wurde. Dazu ein Ausschnitt aus der Berichterstattung im «Liechtensteiner Vaterland» vom Donnerstag 29. Oktober: «In der anschliessenden Podiumsdiskussion vertieften Sven Braden von der Life Klimastiftung, Armin Haas, Wissenschaftler am IASS Potsdam und langjähriger Mitarbeiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, und Christoph Dreher das Thema weiter. Dabei machten sie keinen Hehl daraus, dass die Zukunft im Bereich Klimawandel ungewiss ist.» Im Klartext sagte also Herr Armin Haas, «dass wir nicht wissen, ob sich in Zukunft die Temperaturen erwärmen oder abkühlen». Das ist aber ganz was Neues und vor allem ein starkes Stück, zumal der Bericht und Antrag 116-2015 betreffend Klimastrategie, der nächste Woche im Landtag zur Debatte steht, mit apokalyptischen Temperaturdaten sowie Zukunftsszenarien geradezu übersäht ist. Daher wäre es wohl ratsam, den Hohen Landtag und die Regierung zu bitten, ihre Mainstream-Orientierung für kurze Zeit mal zu unterbrechen, Besonnenheit walten zu lassen und das Thema «Klima» ernsthaft zu hinterfragen. Dazu braucht es nicht viel, ausser ein bisschen Mut vielleicht.

Manfred Büchel,
Gastelun 4, Eschen

Offensichtlich war Herr Sprenger auf der falschen Hochzeit, denn sowohl in der Ankündigung als auch bei den Vorträgen war das, was Herr Sprenger gerne gehört hätte, für jeden leicht erkennbar, nicht vorgesehen. Dazu wäre eine andere Veranstaltung nötig gewesen. Verräterisch hingegen ist der Vorwurf des Herrn Sprenger, dass mein «Vortrag geprägt war durch das Herunterspulen von (sogenannten) Fakten». Das lässt vermuten, dass Herr Sprenger in seinen Kreisen bei Diskussionen zumindest dieser Themen daran gewöhnt ist, das Fakten nicht von Interesse sind. Die von Herrn Sprenger gewünschte Diskussion über «Kosten-Nutzen-Rechnungen der Schadstoffbelastung – verursacht durch Verbrennung mit deren Folgen und Auswirkungen auf Mensch und Umwelt» durch höchst phantasiereiche Einbeziehung externer (negativer) Effekte hätte daher einer eigenen Veranstaltung bedurft. Dabei wäre aber herausgekommen, dass die Greeenpeace-Phantasien, denen Herrn Sprenger offensichtlich gerne aufgesessen ist, sich bei nüchterner Betrachtung nicht halten lassen. Daher konzentrierten sich sowohl Prof. Lüdecke als auch ich mich auf nachprüfbare wissenschaftlich unbestreitbare Fakten und nicht auf Phantasiebehauptungen, wie sie uns beim Thema Klimaschutz und «Erneuerbare» ständig von höchst interessierten Kreisen um die Ohren gehauen werden. Dass dies Herrn Sprenger überhaupt nicht gefiel, können wir, wie auch die Veranstalter, sicher ertragen. Bleibt nachzutragen, dass die Veranstaltung der Life Klimastiftung am nächsten Tag nicht nur sehr schwach besucht war, sondern dass auch der Hauptvortragende, Dr. Haas vom IASS, vor Publikum unumwunden zugab, dass niemand wüsste, ob sich das Klima in den kommenden Jahrzehnten erwärme, gleich bliebe oder wieder abkühlte.

Michael Limburg,
Richard-Wagner-Str. 5a, Potsdam

Alles kann hinterfragt werden. In einer Demokratie soll auch darüber diskutiert werden, welche Massnahmen getroffen werden sollen, um den CO2-Ausstoss zu verringern. Der Titel des DU-Bürgerforums «Die unbequeme Wahrheit» lädt nicht zu einer Diskussion ein. Die DU nehmen mit ihrem Bürgerforum die «Wahrheit» in Beschlag: Der Klimawandel ist eine Lüge und ihre frohe Botschaft lautet: Egal, wie viel Öl, Kohle und Gas wir noch verbrennen, alles kein Problem. Die DU berufen sich auf sogenannte «Klimaforscher», die ihre Erkenntnisse auf einer Homepage publizieren, auf der sich «Wissenschaftler» ihre Aufsätze vom American Petroleum Institute finanzieren lassen. Es kommen Forscher zu Wort, die behaupten, die Grünen hätten mehr Menschen auf dem Gewissen als der Faschismus und der Sozialismus zusammen und junge Klimaschutz-Aktivisten werden mit der Hitlerjugend verglichen.
Es wird Hass geschürt gegen alle, die sich gegen den Klimawandel engagieren. Mit seriösen wissenschaftlichen Quellen sieht es dabei aber schlecht aus. Von der Qualität der Veröffentlichung der Referenten der DU am Bürgerforum kann sich jeder selbst ein Bild machen, der die EIKE-Homepage studiert.
Mit «Unbequeme Wahrheiten zum Klima und zur Energie» stellen sich die DU auf ein du und du mit Lobbyisten, die es sich sehr einfach machen, der Menschheit eine Freude zu bereiten und selbst ein gutes Geschäft damit machen.
Um der ganzen Bürgerforumsveranstaltung noch eine gesuchte Protesthaltung zu verpassen, geben sich die DU den Anstrich «unbequem», obwohl sie sagen, was angeblich alle Wähler gerne hören wollen.
Wer eine zweifelhafte Wahrheit für sich pachtet und dann noch behauptet, sie wäre eine unbequeme, verkauft die Menschen gleich für dumm. Das ist nicht viel besser, als sich von der Öllobby bezahlen zu lassen, um mit «wissenschaftlichen Erkenntnissen» den Ölverkauf anzukurbeln.
DU-Chef Harry Quaderer reiste vor einem Jahr mit der EWR/EFTA-Delegation zu einer Konferenz nach Strassburg, als die Resolution zur Klima- und Energiepolitik der EU zur Sprache kam. Das Ziel der EU ist, die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent zu senken. Diese Resolution wurde einstimmig angenommen, Harry Quaderer aber war zur Zeit der Abstimmung nicht im Raum. Seine Proteststimme hat er bei dieser Gelegenheit nicht erhoben, sondern hat den bequemen Weg gewählt, sich zu drücken.
Wir fordern Harry Quaderer und die DU-Fraktion auf, nun ein klares Bekenntnis abzugeben. Sie sollen namentlich und öffentlich bestätigen, wenn sie tatsächlich unumstösslich darin die Wahrheit sehen, dass es keinen menschengemachten Klimawandel gibt. Wenigstens dieses bisschen Verantwortung müssen sie übernehmen.

Der Vorstand und die
Landtagsfraktion der Freien Liste

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