Leserbrief

Jubel aller Orten

H. Mechnig,Tröxlegass 46, Schaan | 30. Oktober 2015

AIA-Abkommen

Neben der Schlagzeile «Liechtenstein und die EU tauschen bald Kontodaten aus» strahlen sie im «Volksblatt» vom 29. Oktober 2015 auf Seite 3 um die Wette. Wie kleine Kinder, denen man gesagt hat, bald ist Weihnachten. Unsere Regierungsrätin, Frau Aurelia Frick, Pierre Gramengna, als Finanzminister Luxemburgs, und sein Namensvetter, Pierre Moscovici, als Kommissar der EUdSSR. Aurelia gewinnt. Wie immer um Längen. Detail am Rande. Auch der Bankenverband mag da nicht abseitsstehen und spricht von einem «Meilenstein». Es wird «gewürdigt» und «anerkannt», als ob der Menschheit gerade der Aufbruch zu neuen, verheissungsvollen Ufern gelungen wäre. Dabei lauert am Horizont Altbekanntes. Übermächtige Staaten, machtlose Untertanen. Denn nur über Untertanen tauschen Staaten Informationen aus. Über freie Menschen tauscht man keine Informationen aus. Dass der Untertan (wieder) zum «internationalen Standard» erklärt worden ist, macht die Sache nicht besser, sondern es macht sie besonders tragisch. Friedrich August von Hayek hat einmal gesagt: «Die Freiheit (kann) nur erhalten werden ..., wenn sie nicht bloss aus Gründen der erkennbaren Nützlichkeit im Einzelfalle, sondern als Grundprinzip verteidigt wird, das der Erreichung bestimmter Zwecke halber nicht durchbrochen werden darf ... eine wirksame Verteidigung der Freiheit muss ... notwendig unbeugsam, dogmatisch und doktrinär sein und darf keine Zugeständnisse an Zweckmässigkeitserwägungen machen.» Die Zukunft wird zeigen, dass er damit richtig lag. Es ist nur eine Frage der Zeit!

H. Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

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