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Leserbrief

Weiter Paradies für Grundeigentümer?

Pepi Schädler,Grosssteg 105, Triesenberg | 30. September 2015

Steuerstatistik

Die Steuerstatistik ist vor einigen Tagen erschienen und kann auf der Webseite des Amtes für Statistik angesehen und auch heruntergeladen werden. Ich möchte auf Seite 23 verweisen. Dort befinden sich die Daten betreffend die Berechnungsgrundlagen für die Vermögenssteuer (Sollertragsteuer) der natürlichen Personen. Speziell verweise ich auf folgende Positionen:
1.1. Grundeigentum in Liechtenstein: 6,054,285,895 Franken (NP) = Aktiven; 5.0 Schulden: 7,356,009,588 Franken (NP) = Passiven.
Jede Firma, bei welcher die Aktiven auf die Dauer tiefer sind als die Passiven, müsste über kurz oder lang Konkurs gehen! Soll Liechtenstein auch weiterhin ein Steuerparadies für Grundeigentümer bleiben? Ich denke, nein.
Man muss somit feststellen, dass die Schulden höher sind als der (Steuer) Wert der Liegenschaften! Dies ist ein schlechter Witz.
Gemäss FMA (im Einladungsbrief zur Liechtensteiner Immobilientagung am 29. Oktober 2015; «Trends, Chancen und Risiken») beläuft sich allein der Neuwert der Gebäude in Liechtenstein auf circa 18,5 Milliarden und das von Liechtensteiner Banken gezeichnete Hypothekarvolumen auf gegen 15 Milliarden Franken. Hinweis: Bei den FMA-Daten sind die juristischen Personen beziehungsweise Firmen als Grundeigentümer und Hypothekarschuldner natürlich inbegriffen.
Fazit: Das Grundeigentum (Land und Gebäude) ist seit Jahrzehnten nicht mehr neu bewertet worden. Dies führt dazu, dass der Steuerwert von Land dem Wert von vor 50 Jahren noch entspricht. Also weit weg von der Realität.
Viele Steuerpflichtige (wieviele sind es?) zahlen deshalb heute keine Vermögenssteuer (Sollertragsteuer) auf ihr Grundeigentum. Benachteiligt sind wieder einmal die Steuerpflichtigen ohne Grundeigentum aber nur mit Geldvermögen (zum Beispiel auch Mieter), welche für ihr Geldvermögen Steuern zahlen müssen.
Von Steuergerechtigkeit und somit Verfassungskonformität kann natürlich keine Rede sein!
Liechtenstein bleibt auf meiner schwarzen Liste betreffend Steuern ...
Eine Neubewertung von Grundeigentum ist deshalb zwingend notwendig. Ich bin sehr gespannt, was das neue Schätzungsgesetz (in Vernehmlassung) uns diesbezülich bringen wird. Ich hoffe, dass der Vizeregierungschef (zuständig für das Schätzungsgesetz) und der Regierungschef (zuständig für das Steuergesetz) gemeinsam eine kluge Lösung finden werden.
Die Gemeinde- und Parteipolitiker sind aufgerufen, die Sache kritisch zu verfolgen und für einmal im Interesse aller Bürger und Steuerzahler zu handeln.

Pepi Schädler,
Grosssteg 105, Triesenberg

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