Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Einige Gedanken zur KVG Revision

Ruth Schöb, Vaduz | 28. September 2015

KVG Revision

«Der Reservetopf vieler Krankenkassen steigt. Das ist nicht in jedem Fall gerechtfertigt», sagt Jordi Zentralsekretär der Gesundheitsdirektoren-Konferenz (GDK). Seit dem 1. 1. 2012 müssen die Reserven der Krankenkassen eine Mindesthöhe aufweisen, die den Risiken jedes einzelnen Krankenversicherers entspricht. Oft werden diese Risiken aber zu gut eingeschätzt, womit der Reservetopf zu voll wird. Weitere Kostentreiber seien der spitalambulante Bereich. Ich denke, in Liechtenstein könnte dies auch der Fall sein? Da gemäss KVG Revision der schweiz. Tarmed im Gesetz verankert werden soll und niemand weiss, was da genau «eingekauft» wird, ist die folgende Nachricht nicht uninteressant. Bisher war der Gesundheitsminister immer der Ansicht, der Tarmed wäre nur die Zweitbeste Lösung. Liechtenstein ist mit dem jetzigen Ärztetarif unter dem Schweizerniveau.
Soviel zur Sparsamkeit. Der Tarmed im Gesetz ist eher ein politischer Schachzug, um die Abgeordneten ins Boot zu holen, die ohne Tarmed nicht für die Revision votieren würden. Am 1. 1. 2017 hätte es so weit sein sollen, nach 15 Jahren Diskussion wäre die neue Tarmedversion in Kraft getreten. Es gibt Verzögerungen – auch weil die Tarifstruktur viel komplexer ist als gedacht.» (SRG 26.9.15) Die KVG Revision will eine Krankenversicherung, welche nicht mehr solidarisch ist. Es geht um den Mittelstand, den es trifft, denn 20% Selbstbehalt können Mittelständler nirgends einfordern. Die wirklich Armen, die es ja nicht gibt in Liechtenstein bekommen zu Recht Prämienverbilligungen. Die Kranken bezahlen die Zeche und kein Mensch sucht sich eine teure chronische Krankheit aus. Aber jeder, sogar Politiker, können von einer Minute zur anderen zu Schwerstkranken werden.
«In den Mokassins des Anderen gehen» (Indian. Sprichwort), würde die Gedankengänge dieser Herren und Damen menschlich machen. Eine einkommens- und vermögensabhängige Prämie wurde nie in Betracht gezogen, man darf sich fragen warum nicht? Die OKP-Verträge können aus verschiedenen Gründen vom LKV gekündigt werden, falls nach 3-maliger Abmahnung immer noch unwirtschaftlich gearbeitet wird, kann gekündigt werden. Da braucht es eine absolut neutrale Institution, die ein WZW Verfahren prüft. So, wie die Revision es jetzt vorsieht, ist der Willkür in diesem kleinen Land, wo so viel Sachlichkeit mit persönlichen Querelen vermischt wird, Tür und Tor geöffnet. Der LKV als einzige Machtinstitution?! Das finde ich fahrlässig gefährlich, für die Ärzte und auch für die Patienten.

Ruth Schöb,
Vaduz

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Liechtensteiner Volksblatt AG
© 2018, Alle Rechte vorbehalten.
Volksblatt Werbung