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Leserbrief

Der Wolf im Schafspelz, Teil zwei

Hans Mechnig,Tröxlegass 46, Schaan | 29. August 2015

Vollgeld

Ausgerechnet die Position der Zentralbank und des Staates soll beziehungsweise würde durch die Annahme der Vollgeld-Initiative massiv gestärkt werden. Auf Seite 9 von «Wirtschaft regional» vom 22. August 2015 konnten wir zum Thema Vollgeld lesen: «Sowohl das Bargeld als auch das unbare Geld werden dem Staat von der Zentralbank zins- und tilgungsfrei (Anmerkung des Verfassers: Man beachte: Zins- und tilgungsfrei! Willkommen im Paradies! Dazu Hölderlin: Immer noch haben die die Welt zur Hölle gemacht, die vorgeben, sie zum Paradies zu machen.) zur Erstverwendung überlassen. Der Staat bringt dieses Geld sodann über öffentliche Ausgaben in Umlauf.» Das muss man sich Wort für Wort vor Augen führen und sich bewusst machen, was das heisst. Es heisst nichts anderes als: Aus einem mächtigen Staat, einer mächtigen Zentralbank, werden ein allmächtiger Staat, eine allmächtige Zentralbank. Der Bock wird zum Gärtner gemacht! Professor Dr. Thorsten Polleit und Andreas Marquart bringen es in ihrem Artikel «Geldreform: das Übel an der Wurzel packen. Oder: der Irrweg des Vollgeldes» auf den Punkt: «Die Probleme, die das Kredit- und Geldsystem weltweit heraufbeschworen hat, konnten nur dadurch entstehen, dass der Staat in das Geldwesen interveniert hat: Ohne den Staat wäre das ungedeckte Papiergeldsystem mit seiner immensen Schuldenpyramide undenkbar. Dass sich diese Missstände mit einem staatlich kontrollierten Vollgeld bessern sollten, erschliesst sich nicht. Übersehen wird zudem, dass ein Vollgeldsystem auf die Umsetzung einer zentralen marxistischen Forderung hinausläuft: die Verstaatlichung des Geldapparates, wie sie bereits Karl Marx in seinem totalitären Kommunistischen Manifest im Jahr 1848 gefordert hat. Die Vollgeld-Initiative macht sich – beabsichtigt oder nicht – zum Vollstrecker der marxistischen Idee, führt direkt in den Geldsozialismus.» Dem würde ich hinzufügen: und damit noch tiefer in die Unfreiheit! Deshalb ist das sogenannte Vollgeld vor allem eins, nämlich voll daneben. Was es vor allem braucht, ist die Abschaffung des staatlichen Geldmonopols! Wie bereits früher einmal erwähnt: Monopole nützen dem Monopolisten und schaden dem Rest der Bevölkerung. Oder wie es Andreas Tögel ausdrückt: «Das Monopol tut eben, was für Monopole typisch ist: Es produziert Mist – zu maximalen Kosten.» (Andreas Tögel) Warum soll das ausgerechnet beim Geld nicht gelten?

Hans Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

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