Leserbrief

Sehr wichtige Einsicht!

Sr. Alma Pia, ASC,Kloster St. Elisabeth, Schaan | 29. August 2015

Glaube

In dem im «Liechtensteiner Volksblatt» vom 27. August veröffentlichten Interview mit Günther Boss macht dieser Aussagen zu evangelischen Kirchen, die meines Erachtens einer Korrektur bedürfen.
So ist es, soweit ich sehe, nicht so, dass die evangelischen Landeskirchen evangelische Freikirchen in der Regel als «Sekten» abwerten. Dies ist schon deswegen eher unwahrscheinlich, weil es in diesen Kirchen mit pietistischen Gemeinschaften Gruppierungen hat, die ähnliche theologische Positionen vertreten wie evangelische Freikirchen. Meines Wissens ist es eher die katholische Kirche, die sich oft mit evangelischen Freikirchen schwertut und in welcher diese bisweilen als Sekten angesehen werden, obwohl sich in dieser Beziehung, soweit ich sehe, ein Gesinnungswandel vollzieht. Der Grund, weshalb gemäss Boss die katholische Kirche mit Freikirchen besser zurechtkomme als die evangelischen Landeskirchen, sei, dass Erstere «genug Substanz in sich selber» habe. Um was für eine Art von «Substanz» es sich dabei handelt, geht aus dem Interview nicht hervor, aber es scheint, dass Boss den evangelischen Landeskirchen einen Mangel an theologischer Substanz attestiert. Mit seiner Bemerkung, dass Freikirchen in der Bibelauslegung von der katholischen Kirche durchaus positiv lernen können, scheint Boss dies auch gegenüber den Freikirchen zu tun. Meines Erachtens sind oder waren pietistische oder evangelikale Bibelwissenschaftler wie Theodor Zahn (1838-1933), Adolf Schlatter (1852-1938), Frederick Fyvie Bruce (1910-1990), John Wenham (1913-1996), Rainer Riesner (*1950) oder Craig S. Keener (*1960) ihren katholischen Kollegen durchaus ebenbürtig.

Patrick Sele,
St. Markusgasse 13, Vaduz

In Vorbereitung auf die Klimakonferenz im Herbst 2015 studierte das Personal von Comundo, Bethlehem Mission, CH, die Zusammenhänge von Klima und Ernährung. Ergebnis: Halbierung des Fleischgenusses würde das Klima drastisch verbessern und den Hunger ausrotten. Warum?
Die Fachleute stellten fest, dass «die Produktion von einem Kilo Fleisch soviel Treibhausgas freisetzt wie eine Autofahrt von Zürich nach Genf». Dazu kommt, dass die Viehzucht und die Futterproduktion – z. B. Soja – grosse Landflächen beanspruchen. Die Kleinbauern werden einfach von ihrem Landstück vertrieben, und wenn sie sich weigern, getötet …
Die Hälfte aller fruchtbaren Felder stehen weltweit – meist zwangsweise enteignet – der Futterproduktion zur Verfügung, weil die Reichen – und ihre Hunde – täglich Fleisch in Fülle essen und viel davon «entsorgen». Weil die Produktion durch Pestizide und Kunstdünger gesteigert wird, verwandelt sich das fruchtbare Land dann rasch in die Wüste …
Das Klima wird auch durch die Rodung der Urwälder gefährdet. Jährlich verschwindet eine Fläche der Klimawächter so gross wie die Schweiz oder gar mehr. Urwälder sind die Produzenten von Sauerstoff, den wir zum Atmen brauchen. Sie sichern das ökologische Gleichgewicht, das bereits lebensgefährlich gestört ist: Überschwemmungen, Dürre, Tsunamis …
Haben Sie erfahren, dass Papst Franziskus den 1. September zum Weltgebetstag für die Umwelt erklärt hat? Orthodoxe kennen ihn schon seit 1989! Mit Fleischfasten würde das Gebet wohl noch wirksamer werden! Und lesen Sie unbedingt den «Brief» des Papstes an alle Menschen: Laudato si …

Sr. Alma Pia, ASC,
Kloster St. Elisabeth, Schaan

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