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Leserbrief

Der Wolf im Schafspelz, Teil eins

Hans Mechnig,Tröxlegass 46, Schaan | 28. August 2015

Vollgeld

Das höchst bedauerliche Desinteresse, und die dadurch bedingte Ahnungslosigkeit eines Grossteils der Bevölkerung in Sachen Geldsystem, hat nicht nur für den Filz aus Konzernwirtschaft, Hochfinanz und Politik seine Vorteile (Stichwort: Crony-Kapitalismus). Sondern beispielsweise auch für die Initianten und Befürworter der Vollgeld-Initiative (siehe zum Beispiel die Vollgeld-Propagandaaktion vom 22. August 2015 im «Wirtschaft regional»), mit der nicht zuletzt auch ideologische Ziele umgesetzt werden sollen. Schon mit dem Begriff «Vollgeld» wird unter anderem versucht, bei der Bevölkerung eine Werthaltigkeit zu suggerieren, die in der Realität nicht einmal ansatzweise gegeben wäre, denn auch dieses «Vollgeld» wäre eine reine Papierwährung, jederzeit beliebig vermehrbar, ohne jeden inneren Wert. Es wird so getan und argumentiert, als ob im heutigen, planwirtschaftlichen Geldsystem einzig die Geschäftsbanken beziehungsweise deren Geldschöpfung für die Fehlentwicklungen verantwortlich zu machen wären. Die planwirtschaftliche Behörde Zentralbank und der Staat stünden deren Machenschaften quasi machtlos gegenüber. Es gibt kaum etwas, was mit der Realität weniger zu tun hat als das. Zentralbank und Staat sind Täter, nicht Opfer! Befasst man sich mit der Geschichte und den Krisen der verschiedenen Geldsysteme, ist insbesondere eines nur mit Gewalt beziehungsweise ideologischen Scheuklappen zu übersehen und das ist die nahezu ausnahmslos unrühmliche Rolle von Staaten und Zentralbanken in diesen Angelegenheiten. Friedrich August von Hayek dazu: «Die Geschichte staatlichen Umgangs mit Geld ist, mit Ausnahme einiger kurzer glücklicher Perioden, eine Geschichte von unablässigem Lug und Trug. In dieser Hinsicht haben sich Regierungen weit unmoralischer erwiesen, als es eine privatrechtliche Körperschaft je hätte sein können.» Ebenfalls zum «staatlichen Umgang mit Geld» gehört das staatliche Geldmonopol. Hayek dazu: «Regierungen haben uns niemals gutes Geld gegeben (…). Wenn wir also eine freie Gesellschaft erhalten wollen, müssen wir die Demokratie neu gestalten und der Regierung das Geldausgabe-Monopol nehmen.» Absolut unmissverständlich der Ökonom Roland Baader zum gleichen Thema: «Das grösste Unglück in der Menschheitsgeschichte? Das Staatsmonopol für das Geldangebot. Alle anderen Desaster sind Folgen davon.»

Hans Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

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