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Leserbrief

Wie frei fühlen sich Bürger des Landes Liechtensteins?

Ruth Schöb,Auring 57, Vaduz | 27. August 2015

Meinungsfreiheit

Ich bekomme ab und zu ein Feedback aus der Bevölkerung zu meinen Leserbriefen. Was mich heute rührte und freute, war die Erzählung eines Einwohners des Landes, der durch einen schweren Unfall seinen Beruf nicht mehr ausüben kann und zu guter Letzt sogar von Sozialhilfe leben muss. Er sagte mir, es gehe ihm gut, er habe ein Dach über dem Kopf und zu essen – im Gegensatz zu den Millionen von Flüchtlingen, welche durch Kriege, verursacht auch durch die Grossmacht USA (3. Golfkrieg im Jahr 2003 und Afghanistan 2001 zusammen mit Deutschland) und weiteren europäischen Verbündeten. Dieser Bewohner äusserte, dass er die hiesigen Politiker, beschrieben in vielfacher Weise durch meine Leserbriefe, teils unbegreiflich und bedenklich betrachte, er sich aber in der Situation des unverschuldeten Sozialhilfeempfängers nicht getraue, dies zu äussern, weil er Repressalien befürchtet. Diese Aussage kommt nicht von einem verfolgten Flüchtling, sondern von einem Bewohner des Landes Liechtensteins. Er bat mich indirekt, sein Sprachrohr zu weiteren politischen Themen betreffend Flüchtlingsproblematik und KVG-Revision zu sein. Das tue ich gerne, allerdings stimmte es mich mehr als nachdenklich; und im Grunde machte die Äusserung dieses Mannes, der Angst haben muss, in diesem seinem «freien» Land seine Meinung zu vertreten, wirklich Angst, denn unrecht hat er leider nicht. Mir als Liechtensteinerin wurde «netterweise» auch schon angedroht, ich solle das Land doch verlassen, für solche wie mich wäre hier kein Platz.

Ruth Schöb,
Auring 57, Vaduz

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