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Leserbrief

Humanitarismus zu Hypermoralismus

Jo. Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 26. August 2015

Flüchtlinge

In ihrem Leserbrief zerbeult Ruth Schöb die Meinung von Harry Quaderer in ihrem bereits bekannten humanitären Vorwärtsdenken dermassen, dass man sich als Leser dessen auch nur wundern und ärgern darf. Oder man einfach einmal mehr über die Schöbschen Ansichten staunen muss. Eines bezeugt ihr Leserbrief ganz bestimmt. Nämlich das Wissen, dass sie mit ihren Ansichten wohl kaum Aussichten auf das Amt des Finanzministers haben wird. Geschweige denn auf das des Regierungschefs oder gar eines Landtagsabgeordneten. Und zwar auch dann nicht, wenn die Forderung der Frauenquote in öffentlichen Ämtern und in staatsverliebten Betrieben durchkommt. Ausser vielleicht, wenn bei der Freien Liste noch ein Plätzchen frei wird, könnte ihr das Glück hold sein. Ihre Meinung, dass es bei der Flüchtlingsdebatte einzig um die Menschen zu gehen habe und Zahlen, sprich Geld, dabei gar nichts zu suchen hätten, erstaunt nicht angesichts ihrer humanitären Ausgeprägtheit, die sich vom geschundenen und unterbezahlten Arzt, über den folieneinlegenden Hilfsarbeiter bis nun eben hin zu den Flüchtlingsströmen hinneigt.
Zum Schluss ihres Leserbriefes schwingt sie natürlich die vermeintlich wirksame Rassimuskeule und wirft Quaderer vor, mithilfe der Arbeitslosen im Lande den Rassismus anzuhetzen und Stammtischblüten wachsen zu lassen. Starker Tobak allemal. Zusammenfassend und nüchtern betrachtet meint Frau Ruth Schöb in ihrem Brief, Liechtenstein müsse Flüchtlingen helfen, egal, wie viele kommen und ganz egal, was es kosten wird und ganz egal, woher das Geld kommt. Denn sie schreibt: Gibt man es nicht den Flüchtlingen, würde es ja sowieso anderswo versaut. Und sie meint auch, dass der Rentner, der sein ganzes Leben gearbeitet und diesem Staat gedient hat, mit einer einfachen Minimalrente von nicht einmal 2000 Franken nicht in die Diskussion mit dem Neuankömmling, der 2600 Franken bekommt, in Zusammenhang gebracht werden darf.
Die gewaltigen Flüchtlingsströme, die nach Europa drängen, werden auch vor Liechtenstein nicht halt machen und es wird bald der Tag kommen, an dem Zigtausende über den Rhein zu uns drängen. Und genauso wie das Europa um uns herum, werden auch wir kein Rezept haben, dagegen anzustemmen und keines, damit umzugehen und schon gar keines, das alles zu finanzieren. Und zurückschicken geht auch nicht mehr. Denn ihre Heimatländer sind wegen der nun fehlenden Jugend längst alle ruiniert, aber Europa hat endlich genug billige Arbeitskräfte für die blühende Wirtschaft.

Jo. Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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