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Leserbrief

Kaum zu glauben

Sr. Alma Pia, ASC,Kloster St. Elisabeth, Schaan | 25. Juli 2015

Glaube

Im «Wendekreis» (Ausgabe Jan. 15) interessierte mich der Artikel «Ein Präsident, der lieber gibt als hat». Er heisst José Mujica (mit kroatischen Wurzeln). Wegen seines Einsatzes für Gerechtigkeit und Wahrheit in Südamerika hatte er 13 seiner «besten Jahre» im Gefängnis verbracht. 2009 wurde er zum Präsidenten von Uruguay gewählt. Er blieb aber Bauer, wohnte weiter in seinem bescheidenen Haus, fuhr zur Arbeit in den Präsidentenpalast in seinem alten VW Käfer und spendete 90 Prozent seines Gehalts für soziale Zwecke.
Als ihn Medien «ärmsten Präsidenten der Welt» nannten, wehrte er sich: «Ich bin nicht arm, sondern genügsam.» Er habe das Geld übrig, da ja auch seine Frau – Abgeordnete im Parlament – verdiene. Eine Kreditkarte brauche er nicht. «Um gut zu leben, muss man frei sein. Frei sein bedeutet Zeit haben, das zu tun, was man gerne tut», ist er überzeugt.
Schon als Abgeordneter erschien er zu Parlamentssitzungen im karierten Holzfällerhemd; als ihn der Polizist nicht einlassen wollte, lachte er: «Dann müsst ihr einen anderen wählen!»
Bürgerliche Kreise meinten, er mache seinem Land Schande. Als er aber 2013 bei der Generalversammlung der UNO eindrucksvoll zum Konsumverzicht und genügsamen Lebensstil aufrief, wurde er weltberühmt. Die Jugendlichen von ganz Südamerika jubelten ihm zu, «weil sie nach glaubwürdigen Vertretern in der Politik dürsten». Er wurde ihr Idol, wichtiger als WM-Helden.
Mujicas Amtszeit ging am 1. März 2015 zu Ende. «Viele werden ihn vermissen», schloss der Artikel; der fast 80-Jährige konnte nicht wieder gewählt werden. Wer macht’s ihm nach? Seit zwei Jahren Papst Franziskus!

Sr. Alma Pia, ASC,
Kloster St. Elisabeth, Schaan

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