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Leserbrief

Kliniken erhöhen Gesundheitskosten

Ruth Schöb,Auring 57, 9490 Vaduz | 29. Juni 2015

«Sapperlot» vom 25. Juni

Besser hätte man es nicht formulieren können: Ja, Umsatzsteigerung ist für den Landtag nicht Umsatzsteigerung. Aber natürlich widerspricht sich der Landtag nicht selbst, er bestimmt ja, was das Gleiche und dasselbe ist. Die hohen Umsätze bei den schwarzen Schafen sind das eine, der neue Fachbereich, Aufbau und Gesamtleitung Chirurgie im Spital Vaduz (Chefarztstelle wurde ausgeschrieben) das andere? Hat das Volk Liechtensteins nicht einmal nur eine Grundversorgung des Spitals gewünscht? Die Kooperation mit dem Kantonsspital Chur mag zwar einiges bringen für den Patienten, mit dem dringenden Sparwillen der Regierung lässt sich aber auch dies schlecht vereinbaren. Dazu kommt im Jahr 2017 in Bendern die privatwirtschaftlich geführte Klinik Rheintal, mit Disziplinen von Allgemeiner Chirurgie, Unfallchirurgie, Plastischer Chirurgie, Urologie, Orthopädie, Gefässchirurgie, Kardiologie, Anästhesie, Physiotherapie. Es hiess beim Spatenstich: «Das ganze Land profitiert.» Wer genau liest, weiss, worauf dies hinausläuft, auf die höchste Maxime; auf Profit! Solange unsere Kliniken Profit abwerfen müssen, wollen, sollen (?), wird es nie zu einer echten Prämienverbilligung kommen können.
Im ambulanten Bereich wird die Klinik auch OKP-Versicherten offenstehen, im stationären Bereich den Zusatzversicherten. Es ist zweifellos so, dass sowohl das Landesspital neu mit Chirurgie als auch diese neue Klinik die Gesundheitskosten nach oben treiben werden. Je grös­ser das Angebot, desto höher die Nachfrage. Komischerweise liest und hört man vom Gesundheitsminister oder der Regierung aber immer nur von den zu hohen Umsätzen der schwarzen Schafe, die dann die Prämienerhöhungen verursachen sollen. Die Ärzte setzt man unter Druck, desavouiert sie, letztendlich macht man sie für die hohen Gesundheitskosten verantwortlich und suggeriert dem Volk (welches dies teilweise noch glaubt), sie wären an den ständigen Prämienerhöhungen schuld. Da dürfte komischerweise nicht von Profit gesprochen werden? Ganz im Gegenteil, den Ärzten werden ja so gerne Millio­neneinkommen unterstellt. Was unsere Ärzte täglich leisten, wird mit Häme honoriert.
Es wird also in diesem Land mit zwei Ellen gemessen. Ins Gewicht fallen die Kliniken, die verursachen immense Kosten mit ihren Tarifen, die von den Kassen anstandslos übernommen werden. Warum dies so ist, ja noch goutiert wird, kann sich jeder selbst beantworten.


Ruth Schöb,
Auring 57, 9490 Vaduz

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