Leserbrief

Die halbe Wahrheit

Sr. Alma Pia, ASC,Kloster St. Elisabeth, Schaan | 27. Juni 2015

Glaube

Wenn zwei Menschen das Gegenteil behaupten, können beide recht haben, meint der weise J. Imbach im «Sonntag». Der/die eine wettert mit Recht über die Missstände in der Politik, in der Kirche, am Arbeitsplatz, in der Schule, zu Hause, auf der Strasse. Ein/e andere/r lobt begeistert all das Gute in den gleichen Lebensbereichen. Trägt er eine schwarze Brille und sie eine rosarote? Nicht unbedingt. Das Temperament oder die Willensentscheidung spielen dabei eine entscheidende Rolle. Es gibt nämlich in allen Bereichen unseres Lebens und in jedem Menschen eine helle und eine dunkle Seite, gute und schlechte Eigenschaften. Wer das Gute sehen und tun will, findet es überall – und umgekehrt auch.
Die Demokratie ist z.B. eine herrliche Errungenschaft. In Liechtenstein wollen viele unbedingt, dass ihre Stimme zählt. Aber die Stimmenmehrheit sichert noch lange nicht die volle Wahrheit, das wirkliche dauerhafte Wohl des Volkes. Die besten Slogans füllen eine Weile die Kassen, machen aber die Menschen weder gesünder noch glücklicher, wenn sie für Fragwürdiges erfolgreich werben! Vorsicht also bei der Werbung!
Die Lebenskunst, von der nicht selten auch körperliche Gesundheit abhängt, besteht darin, bewusst das Gute zu sehen, darüber zu sprechen, es zu loben und – zu tun; dann verliert das Negative von selber an seiner zerstörenden Wirkung. Kennen Sie das Spiel «Mensch, ärgere dich nicht»? jemand hat den Satz erweitert zu: «… sonst wirst du hässlich im Angesicht – und krank!» Allen wünsche ich daheim und in den Ferien eine heilsame Fröhlichkeit trotz mancher Stolpersteine!

Sr. Alma Pia, ASC,
Kloster St. Elisabeth, Schaan

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