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Leserbrief

Gratulation an Prof. Dr. Vollkommer und sein Team

Alexandra Marion Schädler,Gewerbeweg 3, Vaduz | 27. Juni 2015

Landesmuseum

Eine gelungene Sonderausstellung, welche einen Brückenschlag zwischen Kunst, Kommunikation und Freiheit schafft.
Es ist Abend, viele kunstinteressierte Gäste sind vor Ort. Bereits beim Eintreten in den Raum des Geschehens besticht dieser mit zahlreichen, eindrücklichen Werken verschiedenster Künstler aus aller Welt. Als aufmerksamer Betrachter stellt man fest, dass die Darstellungen der Gemälde unterschiedliche Handschriften, Tragödien, Erinnerungen und Sehnsüchte nach Liebe, Hoffnung, Schuld und Freiheit tragen. Die Darstellung beispielsweise einer kleinen, kriechenden Schnecke auf einem der gezeigten Werke, welche doch oft und gerne in Kinderbücher porträtiert wird, er-reicht in dieser Ausstellung eine völlig neue Aussagekraft. Hier ist sie das Zeichen für Empfindlichkeit, Einsamkeit und langsames, bedächtiges Fortschreiten der Zeit des Absitzens. Einer Zeit ohne Freiheit – des Freiheitsentzugs! Die Darstellung der Sanduhr weist darauf hin, wie diese Zeit langsam aber bestimmt abläuft. Die einzige Freiheit auf diesem halben Quadratmeter ist die Freiheit der Gedanken und die Möglichkeit der zeichnerischen Darstellung durch ihre Künstler. Sie nutzten diese Freiheit für sich gekonnt, denn die Gemälde beginnen zwischen dem Betrachter und dem unbekannten Künstler zu kommunizieren. Sie erreichen die Auseinandersetzung einerseits mit der Kunst und andererseits mit dem einzelnen Schicksal ihrer Erschaffer – eine Bindung entsteht. Ein Blickwechsel findet statt.
Prof. Dr. Vollkommer und sein Team haben es gemeinsam mit dem Verein Art and Prison gekonnt erreicht, mittels Kunst einen Brückenschlag zwischen Kunstinteressierten und Insassen zu schaffen. Herzliche Gratulation auch an die Künstler! Ich empfehle einen Besuch dieser Ausstellung und zitiere gerne den Verein Art and Prison e.V. Berlin mit den Worten: «Den betroffenen Personen hat sich im künstlerischen Schaffen ein Freiraum eröffnet, der ohne Frage zu ihrer Integration und Selbstfindung beitragen kann. Auf diesem Hintergrund und in Auseinandersetzung mit den Umständen, unter denen hier Kunst entsteht, wird deutlich, dass es nicht der Ruf nach Rache und Vergeltung ist, der zu mehr Gerechtigkeit und zu grösserer gesellschaftlicher Toleranz führt, sondern die kreative Mühe um zwischenmenschlichen Ausgleich und zivilisatorische Mindeststandards.»

Alexandra Marion Schädler,
Gewerbeweg 3, Vaduz

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