Leserbrief

Werden frühere Beschlüsse ignoriert?

Eugen Beck, Altvorsteher vonPlanken, Dorfstrasse 40, Planken | 26. Juni 2015

Tempo 40

Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 40 Stundenkilometer im ganzen Dorfgebiet von Planken wurde im Jahr 1993 vom damaligen Gemeinderat einstimmig beschlossen. Ich war zu der Zeit Vorsteher und kann mich sehr gut erinnern, wie wichtig dieses Thema bei der Einwohnerschaft war. Vor der Einführung der Geschwindigkeitsreduktion gingen zahlreiche Beschwerden ein, weil Fahrzeuglenker viel zu schnell durchs Dorf fuhren. Besonders Mütter mit Kleinkindern und ältere Bewohner fühlten sich durch die vielfach zu schnelle Fahrweise der Auto- und Motorradfahrer bedroht und verunsichert. In einer Umfrage bei der Einwohnerschaft befürworteten damals 80 Prozent eine Geschwindigkeitsreduktion auf 40 km/h.
Die Regierung hat den GR-Beschluss, das heisst, eine Ausnahmegenehmigung auf 40 km/h, am 22. Dezember 1994 unterstützt und beschlossen. Diese Höchstgeschwindigkeit hat sich in all den Jahren bis heute zum Wohle unserer Einwohnerschaft bestens bewährt.
Ich frage mich: neues Gesetz hin oder her, wieso kann und will die jetzige Regierung für Planken keine Ausnahme genehmigen? Werden frühere Beschlüsse oder Umfragen einfach ignoriert? Ich bin überzeugt, dass heutige Umfragen gleich wie 1993 ausfallen würden! Seit 1993 hat in Planken wie anderswo das Verkehrsaufkommen um ein Mehrfaches zugenommen. Die Beibehaltung von 40 km/h wäre deshalb heute noch mehr gerechtfertigt als vor gut 20 Jahren.
Wie ich in der Zeitung («Volksblatt» vom 24. Juni 2015) gelesen habe, müssten 33 Verkehrstafeln aufgestellt werden, wenn die heutige Regelung als Ausnahme bestätigt würde. Welcher Amtsschimmel hatte diese «grandiose» Idee? In Planken gibt es nur eine einzige Zufahrtsstrasse (von Schaan her kommend) und sie hört im Reservoir beziehungsweise in Oberplanken auf. Zurück gibt es auch nur diese eine Möglichkeit, von den Dorf- beziehungsweise Quartierstrassen abgesehen. Die zwei Tafeln, die wir haben und die für jeden Autofahrer bestens sichtbar montiert sind, genügen also vollauf und weiterhin. Warum kompliziert und teuer, wenn es auch einfach geht?
In den 1990er-Jahren konnte ich bei der damaligen Ressortinhaberin Frau Dr. Cornelia Gassner auf grosses Verständnis und Wohlwollen zählen und habe auch sehr gut mit ihr zusammengearbeitet. Im Nachhinein noch einmal herzlichen Dank dafür! Es geht also doch, wenn ein Wille da ist!
Mir bleibt Unverständnis und die Frage: Fehlt der Regierung jeglicher Mut zu einer vernünftigen, von gesündestem Menschenverstand geprägten Lösung?

Eugen Beck, Altvorsteher von
Planken, Dorfstrasse 40, Planken

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