Leserbrief

Das gute Leben

Sr. Alma Pia, ASC,Kloster St. Elisabeth, Schaan | 20. Juni 2015

Glaube

In der «SKZ» 20/2015 las ich einen nicht leichten, aber überzeugenden Artikel von Prof. M. Volf zu «Glaube und Globalisierung». Volf ist überzeugt, dass «gute Theologie» gelingendes Leben fördert, das sich ja alle wünschen. Den Weg dazu suchen die Menschen in ganz verschiedenen Richtungen: Wirtschaftswachstum, volle Kassen, hohe Löhne und Bankkonten, Macht, Podest, Vergnügen … langes Leben und schmerzloser Tod! Viele beanspruchen das Sagen, andere wollen ihr Ziel mit Gewalt erzwingen – und mehren das Un-Heil.
Prof. Volf ist christlicher Theologe und sieht als einzigen Weg zum Frieden und guten Leben den Dialog der Religionen. Die Gläubigen der drei monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) glauben an einen – natürlich gleichen – Gott, weil es nur einen geben kann. Sie alle haben schon blutig gegen «Andersgläubige» gekämpft, überzeugt, dass Gott es so will … (Juden erkämpften das Gelobte Land, Christen kämpften 30 Jahre gegeneinander; Muslime tun es heute noch.)
Einen Wegweiser zum guten Leben findet Volf nicht in der heutigen Theologie, sondern im Dialog der Experten im gelebten Glauben, wo alle voneinander lernen wollen, ohne den eigenen Glauben zu verwässern. Die einzige Bezugsperson für Christen ist der in Jesus Mensch gewordene Gott.
Volf ist sehr beunruhigt über den Säkularismus und das Diktat der Beliebigkeit. Er sehnt sich danach, dass wir Christen authentisch als Christen leben und «echte Vorstellungen vom gelingenden Leben» vertreten. So rät er: «Lasst uns nicht über schlechte Zeiten klagen; lasst uns leben: mit Freude über das gute Leben, zu welchem Gott uns berufen hat.» Den Mut dazu wünsche ich uns allen, jeden Tag 24 Stunden!

Sr. Alma Pia, ASC,
Kloster St. Elisabeth, Schaan

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