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Leserbrief

Einfach unglaublich!

Jo. Schädler, Eschnerstr. 64, Bendern | 19. Juni 2015

Wirtschaftsstandort

Ein strahlender Sigi Langenbahn, LANV-Präsident, unter dem Titel: «Swarovski-Ankündigung überrascht nicht» überrascht eben auch nicht. Sein Statement schliesst er mit dem Satz: «Arbeitsintensive Bereiche, bei denen man keine Qualifikationen braucht, haben langfristig keine Zukunft im Land.» Auf derselben Seite gibt das Amt für Statistik einen Einblick in das Geschehen im Lande. Dort heisst es unter der Überschrift: «Sozialer Zusammenhang nimmt zu» unter anderem: Gleiche Bildungs- und Jobchancen, unabhängig von Geschlecht oder Herkunft, sowie eine geringe Schere zwischen Arm und Reich zeichnen den sozialen Zusammenhalt aus. Aber dieses Amt sieht auch einen negativen Trend zur Nachhaltigkeitsentwicklung die zunehmende Zahl der Sozialhilfebezüger und steigender Wohnungskosten. Das grösste Problem im Lande wäre jedoch die Mobilität. Der steigenden Zahl Sozialhilfeempfänger, die sich kein Auto leisten können, wird die Mobilität im Lande, ziemlich wurscht sein. Die Träumereien und Realitätsverluste von LANV und Statistikamt dürften jedoch bald ein Ende finden. Das saloppe Schulterzucken wird keine Zukunft haben, wenn noch mehr Betriebe, welche auch ungelernten Arbeitern eine Verdienstmöglichkeit bieten, abwandern. Es sei denn, die Herren haben die Patentlösung in der Tasche, was wir mit den vielen Menschen, welche kaum eine Ausbildung haben, anfangen wollen. Etwa auch auslagern, in ihre Ursprungsländer abschieben oder beim Staat anstellen? Was machen wir mit dem Mann, der sich dreissig Jahre auf dem Bau kaputtgeschuftet hat und froh wäre, wenn er für die Jahre bis zu seiner Pensionierung noch irgendwo eine leichte Tätigkeit finden könnte? Was machen wir mit den zunehmend vielen Jugendlichen der Null-Bock-Genration? Was machen wir mit denen, welche kaum die Grundschule schafften? Was machen wir mit bereits 500 Arbeitslosen? Und auch wenn wir nur noch die ersehnten hochstehenden Zukunftsbetriebe im Land haben, müssen wir doch fragen, wer bei denen in der Verpackung arbeitet, die Toiletten säubert, die Fenster putzt, den Kopierer bedient. Es mutete schon recht seltsam an, wenn der Präsident des Arbeitnehmerverbandes die Zusammenhänge einer Wirtschaft nicht erkennt und glaubt, mit der Ausarbeitung eines guten Sozialplanes für die bei der Swarovski Entlassen wäre dann wieder Friede und Ruhe im Land. Da könnte er sich dann doch noch gewaltig getäuscht haben. Die Flüchtlingsströme, die Überalterung, die Globalisierung winken da mit ganz anderen Fahnen.

Jo. Schädler, Eschnerstr. 64, Bendern

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