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Leserbrief

Sehr geehrte Frau Schöb

Susanne Ospelt, Badäl, Gamprin | 19. Juni 2015

KVG-Revision

Jeder Leser/jede Leserin hat jederzeit das Recht, meine Leserbriefe ungelesen dem Altpapier zu übergeben, dies tue ich zum Beispiel mit anonymen Briefen, die diesbezüglich an mich verschickt wurden. Ich bin dankbar, in einem Land zu leben, wo man sich frei äussern darf, sofern man denn dieses Recht auch in Anspruch nehmen würde, was durch die Kleinheit und «Verfilzung» des Landes schon etwas Zivilcourage voraussetzt. Im Zusammenhang mit der momentanen kollektiven Verunglimpfung und «Zermürbung» der Ärzteschaft des Landes möchte ich drei Beispiele anführen. Ich leide von Kindheit an an einer sich immer weiter verschlimmernden Krankheit. Ich weiss also aus eigener Erfahrung, wovon ich schreibe, wenn es um die Thematik KVG-Revision und Ärzteschaft geht. Unlängst im Spital kam nach einem 10-Stundenpraxistag die Konsiliarärztin noch am späteren Abend und war über eine Stunde voll präsent am Krankenbett, dies nicht nur einmal. Eine Spezialarztpraxis, Wartezimmer voll, fast eine Stunde im Verzug, der Arzt ist so nett und erledigt in einer Visite meine Behandlung, damit ich nicht nochmals den beschwerlichen Weg auf mich nehmen muss (Chauffeur, Auto reservieren für meinen Elektrorollstuhl). Meine ständige Ärztin kam mit tiefster Erkältung zu mir nach Hause zur Visite, ist jederzeit telefonisch für mich erreichbar, auch wenn sie selbst krank ist, sie erspart mir möglichst jeden Besuch in ihrer Praxis, sie kommt immer ins Haus und bringt alles Nötige mit, inkl. Medikamente. Das sind Beispiele von Ärzten, die wirklich für ihre Patientin leben, sich selbst an die zweite Stelle setzen, Zeit opfern, motiviert sind und immer wieder Hoffnung schenken. Ich bin überzeugt, es gibt Tausende von Beispielen, wo Ärzte sich so einsetzen für ihre Patienten. Schade, dass man so wenig davon liest! Durch diese ständigen, jahrelangen Querelen durch Politik, LKV, Abgeordnete, teils durch die Bevölkerung, kann man Ärzte zermürben und demotivieren. Es muss eine Kultur der Pietät dringendst einziehen in Politik und Volk, was den Ärztestand angeht. Es ist ethisch in meinen Augen falsch, aber verständlich, wenn der Arzt nur noch Dienst nach Vorschrift macht, was dann der Patient ausbaden muss und dies macht mir Angst. Jeder kann jederzeit zum Patienten werden. Dann haben wir nicht nur eine inhumane, materialistische und kalte Gesellschaft, sondern auch noch herzlose, selbstsüchtige, gleichgültige, resignierte Ärzte. Das wäre eine grosse Katastrophe, aber sie käme nicht aus dem Nichts ...

Ruth Schöb, Auring 57, Vaduz

Danke für Ihren zweiteiligen Leserbrief. Sie bringen es auf den Punkt. Die Politiker und Banken/Wirtschaft arbeiten ja zusammen. Das sollte jetzt doch endlich jeder wissen. Dass das auch bei uns in Liechtenstein nicht anders ist als in irgendeinem anderen Land, das sollte doch jetzt auch jeder begriffen haben. Dass in den vielen Ländern auf der Welt, wo Krieg herrscht, auch nur jene mit Booten flüchten können, die es in ihrem Land zu etwas gebracht haben, sollte auch endlich mal jeder begriffen haben. Denn wie können die sonst die teuren Fahrkarten von den Menschenhändlern kaufen. Diese Karten sind nicht gerade billig. Also sind die meisten Flüchtlinge von guter Ausbildung und gutem Stand. Jene, die kein Geld haben, müssen eh zu Fuss, mit all den wirklichen Gefahren, gehen. Und jetzt sind alle Länder am Zäune aufstellen. Ja niemand reinlassen. Sogar die Türken, obwohl ja in der Türkei in den Kellern die meisten gefälschten Pässe gemacht werden. Wir haben das gerade gehört! Es ist wie eine Tourismusbranche. Nur illegal. Was solls, da werden sich ja auch wieder einige Politiker und Bänker die Hände reiben. Sie haben vollkommen recht. Die Ärzte haben es nicht leicht. Es gibt jedes vierte Jahr eine Abstimmung. Die Politiker können es sich aussuchen, ob sie noch bleiben wollen. Einfach alles hinschmeissen, wenn sie genug Fehler gemacht haben. Das machen unsere Ärzte nicht. Denn die haben noch Mut und Ehre. Und dies sollte man auch belohnen. Die Aufgabe eines Arztes sollte jeder einmal genauer anschauen. Auch hier gibt es sicherlich schwarze Schafe. Aber längst nicht so viele wie bei Politikern und Bankern. Die Verantwortung für einen Patienten zu übernehmen, braucht Grösse – und diese soll auch bezahlt werden. Wenn man die Leistung dieser Ärzte mal genau anschaut, kann man diese Arbeit eh nicht wirklich mit Geld bezahlen. Es scheint leichter zu sein, gegen Gruppen, die was für die Menschen leisten, zu mäkeln, als gegen die Firmen, Politiker und Banker, die sich an den Waffen bereichern. Auch die Zulieferer der Waffenhersteller gehören zu Letzteren. Danke, Frau Schöb, für Ihren guten Leserbrief.


Susanne Ospelt, Badäl, Gamprin

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