Leserbrief

Bunte Alpenflora versus Baukräne

Marlen Frick-Eberle,Pädergross 11, Balzers | 5. Juni 2015

Malbun

In Malbun wird mit der Finanzgarantie der Bergbahnen, also der der Steuerzahler, das Jufa-Hotel gebaut. Der grösste Teil der Arbeiten für Planung und Bau geht ins Ausland. Dass einheimische Fachleute für solche Bauvorhaben nicht erwünscht sind, war auch schon beim Bau des Landtagsgebäudes sichtbar. Dies ist vielleicht der Grund, dass schon innert kürzester Zeit eine Sanierung erfolgen muss.
Niemand sonst dürfte ein Hotel mit circa 200 Betten in die Gefahrenzone des Schluchers und in den Auslaufkegel eines Lawinenzuges bauen. Zusäztlich wurde der Baugrund dort vor wenigen Jahren um circa 4 bis 5 Meter aufgeschüttet und kann deshalb noch nicht sehr tragfähig sein. Anscheinend weiss keiner der Entscheider mehr etwas davon. Dies ist verantwortungslos. Vielleicht sollte unser Land einmal einen Berater für Seriösität beiziehen. Zum Beispiel Sepp Blatter hätte ja nun Zeit für eine solche Beratung.
Dass gleichzeitig das grösste Hotel in Malbun in diesem Sommer nicht mehr betrieben werden soll, ist bedenklich. Also bringt der Neubau nichts. Besser wäre es, den bestehenden Betrieben zu helfen. Aber Malbun wird einen neuen Gästeansturm erleben, wenn die neue Mühldeponie an schönster Lage in Malbun steht.
Weltweit wurden früher Kirchen und Rathäuser an den zentralen und schönsten Standorten eines Ortes gebaut. Sicher werden darum aus allen Hochschulen der Welt, die sich mit Architektur und Ortsplanung befassen, die Studenten Malbun überfluten und die Hotels füllen. Dies wird ein sagenhaftes Werk. Dies wäre sogar ein Fall für die UNESCO. Hier könnte ein Weltkulturerbe entstehen.

Hans Walter Schädler,
Heinsrasse 56, Balzers

Man sollte sich von den Meldungen über Kräne und Baulärm in Malbun nicht verunsichern lassen. Momentan ist die Alpenflora am Sassweg und auch entlang des Panoramawegs in voller Blüte, ein Augenschmaus sondergleichen. Blumenteppiche in weiss, lila, gelb und mittendrin das strahlende Blau des Enzians – ein von der Natur geschaffenes Wunder, um uns Menschen zu erfreuen. Auch sind die Hotels wieder geöffnet, die Wirtsleute stehen mit feiner Verpflegung aus Küche und Keller für ihre Gäste parat. Das herrlich warme Wetter bietet sich an, Malbun einen Besuch abzustatten, es lohnt sich ganz bestimmt. Eines ist sicher – es gibt tausend Mal mehr Enziane als Kräne dort oben.

Marlen Frick-Eberle,
Pädergross 11, Balzers

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