Leserbrief

Hängt sie höher

Jo SchädlerEschnerstrasse 64 9487 Bendern | 1. Juni 2015

FL-Magazin «Weiss»

Liebhaber von Wildwestfilmen kennen ihn alle, den wunderbaren Film von Ted Post mit Clint Eastwood in der Hauptrolle und dem legendären Titel: «Hängt ihn höher». Bis dahin unterhaltsam und heroisch. Weniger wunderbar ist das Thema «Erhängen» für Menschen, die bewusst aus dem Leben scheiden wollen. Gerade dort, wo sich ein naher Verwandter, gar Familienmitglied, Vater, Sohn, oder Bruder sich durch Erhängen das Leben genommen hat, denkt man über den Mann am Strick ein wenig anders, wie in der sehr fragwürdigen Zeichnungsanstalt der Freien Liste. Man fragt sich beim Anblick des neuen Parteiblattes «Weiss» was, und ob denn überhaupt irgendetwas in den Köpfen jener weissen Parteiideologen vorgegangen ist, welche einen am Galgen baumelnden als Aufhänger auf dem Titelblatt zeigen müssen. Wie blöd, dumm und respekt- und pietätlos kann man denn noch sein? Es ist kaum anzunehmen, dass von den Angehörigen, Verwandten, Bekannten von jemandem, der sich durch den Strick aus dem Leben verabschiedete, Stimmen zu holen sein werden. Und das dürften nicht wenige sein.
In ihrem letzten Zeitungsbeitrag in den Landesblättern nimmt die Freie Liste den Unternehmer Alexander Ospelt auf die Henkersbühne und rechnet penibel vor, wie viel er in den Jahren 2005 bis 2014 auf die Seite legen konnte. Nämlich ganze 125 Millionen Franken. Das macht pro Jahr gerade einmal 13,8 Millionen Franken. Mit dieser Summe könnte die gesamte Ospelt Gruppe ihren rund 2000 Mitarbeitern gerade einmal einen einzigen kläglichen Monatslohn ausrichten.
Da holt man alljährlich die besten und die fähigsten Unternehmerköpfe in unser Land, um Lust auf Unternehmertum und Gewinnmaximierung zu machen und wenn es dann endlich einer schafft, dann kommt die Freie Liste und stellt seinen Erfolg an den Pranger. Es hätte vielleicht nicht geschadet, wenn der eine oder andere «Weisse» an der jüngsten Gottfried von Haberler- Konferenz in Vaduz teilgenommen und dort beide Ohren gespitzt hätte. Dort wurden die Gefahren und die Folgen auf unserem Weg in die Planwirtschaft deutlich aufgezeigt.
Vielleicht ist man sich ja bei der Freien Liste selbst auch einig darüber, dass die Politik, die sie selbst betreiben, am Schluss und wenn fertig gedacht, eben nur den gezeichneten Ausweg als mögliche Lösung anbietet? Und ganz zum Schluss eine grosse Bitte an die Freie Liste: Wenn ihr das nächste Mal wieder einen am Strick oder am Bauchriemen baumeln lässt, so nehmt doch bitte eine Frau und nicht wieder einen Mann. Denn das verlangt die Quotenregelung.

Jo Schädler
Eschnerstrasse 64
9487 Bendern

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