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Leserbrief

Herr Mauro Pedrazzini zieht Bilanz (Teil eins)

Susanne Ospelt,Bädal, Gamprin | 31. März 2015

Regierungsbilanz

Lesermeinung zur Regierungsbilanz vom Gesellschaftsminister Mauro Pedrazzini («Volksblatt» vom 26. März): Sie können also Ihre eigene Arbeit und jene der Regierung nicht beurteilen? Schlimm? Es scheint mir, dass Sie bis anhin noch nie ein Arbeitsgespräch hatten. Denn bei einem Personalgespräch wird von dem Mitarbeiter verlangt, die eigene Arbeit und jene der Kollegen beurteilen zu können. Kommunikationstraining würde vielleicht weiterhelfen. Da müssen Sie nicht gleich in die Schweiz. Solche Unternehmen gibt es auch in Liechtenstein. Sie vergleichen Ihre Arbeit mit der einer Alleinerziehenden. Sie sind Minister für Gesellschaft. Ja wirklich, das ist schon gemeingefährlich. Das eine Alleinerziehende von zwei pubertierenden Kindern mindestens so viele Sorgen hat, wie ein Regierungsrat, ist ja so was von einem Blödsinn – die Alleinerziehenden haben sehr viel mehr Sorgen wie Sie. Und das nicht nur vier Jahre lang. Eine Alleinerziehende kann nicht nach vier Jahren den Bettel hinwerfen und abschleichen. Sie schon. Und Sie müssen nicht einmal die Verantwortung der vorherigen vier Jahre übernehmen. Das können ja die Nächsten wieder ausbaden.
Sie haben ja keine Ahnung, wie das Leben vieler Menschen hier ist. Ich freue mich bei jeder Familie, die keine grossen Sorgen hat. Aber es gibt leider auch andere und die werden von der ganzen Regierung vergessen. Dass auch Sie diese Menschen vergessen, und das in Ihrem Ministerium, ist schon entwürdigend für die Alleinerziehenden. Warum gehen Sie nicht mal selbst in Familien, die nichts haben? Dann würden Sie aus erster Hand erfahren, was es heisst, alleinerziehend oder krank zu sein. Erfahrungen macht man nicht in den Statistiken oder durch Fremdgespräche.
Ich weiss, dass man dies in unseren Schulen schon lernt. Ich lade Sie gerne zu mir nach Hause ein. Nur brauchen Sie genügend Zeit, denn ich habe mehr als 20 Jahre Erfahrung als Alleinerziehende – und das noch mit einem kranken Kind. Auch das gibt es in Liechtenstein. Sie glauben es kaum.

Susanne Ospelt,
Bädal, Gamprin

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