Leserbrief

Zur S-Bahn

Herbert Elkuch,DU-Landtagsabgeordneter | 23. Dezember 2014

Verkehrspolitik

Die beiden Regierungsparteien mit Regierungschef Adrian Hasler und Regierungsrätin Marlies Amann-Marxer wollen die S-Bahn auf Biegen und Brechen durchpauken. Dies, obwohl vermutlich die Mehrheit der Unterländer die Sinnhaftigkeit einer S-Bahn nicht einsieht. Um diese Volksmeinung zu ändern, wird die Bevölkerung in den kommenden Monaten sehr wahrscheinlich mit einem wahren Bombardement an S-Bahn-Propaganda konfrontiert werden.
Dazu wird die Regierung auch die Verbände, deren Mitglieder glauben, von der S-Bahn profitieren zu können, vor den Karren zu spannen wissen. Ausserdem lassen die beiden Regierungsparteien bereits jetzt die Schreiberlinge der beiden Parteizeitungen in Stellung bringen, um die angeblichen Vorteile der S-Bahn FL–A–CH dem Stimmvolk zu verkaufen.
Geradezu grotesk zum Beispiel ist ein Argument der Regierungsrätin Fr. Amann-Marxer, die S-Bahn entlaste die Rheinbrücken!
Aus meiner Sicht löst das Projekt S-Bahn mit seinen hohen Anschaffungs- und Unterhaltskosten die Verkehrsprobleme des Individualverkehrs im Dreiländereck Unterland überhaupt nicht. Schade um die bereits verbrauchten Millionen.
Eine S-Bahn als Rückgrat des öffentlichen Verkehrs abseits der Gemeinden im Unterland?
Eine S-Bahn für bessere internationale Erreichbarkeit? Die internationalen Schnellzüge werden auch nach dem Bau der S-Bahn in Liechtenstein nicht anhalten.
Ist es glaubhaft, dass auf zwei Gleisen nicht mehr Güterzüge als heute schon durchgeschleust werden?
Müssen wir mit Steuern für die Österreichische Bundesbahn Lärmschutzwände bauen? Wo bleibt das Verursacherprinzip?
Die S-Bahn ist kein Mittel, um die Bärenkreuzung in Feldkirch zu entlasten. Darum planen die Österreicher die Tunnelspinne.
Einen Zubringer aus Steuergeldern für Grenzgänger zu finanzieren, als Ersatz für effizientere Werkbusse? Noch mehr sehr schwach besetzte Züge auf Kosten der Allgemeinheit hin und her fahren lassen?
Man sollte zuerst wissen, wo die Reise hingeht, bevor man sich eine Fahrkarte löst! Der Bürger ist gut beraten, die Argumente der Regierung, die weder konsistent sind noch auf einer nachhaltigen Wirtschaftspolitik fussen, kritisch zu hinterfragen.

Herbert Elkuch,
DU-Landtagsabgeordneter

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