Leserbrief

Dramatischer Versuch der Desorientierung

Franz Marok, Fallsgass 50, Mauren | 22. Dezember 2014

S-Bahn FL.–A.–CH

Im Sapperlot vom 19. Dezember 2014 stellt Günther Fritz das Thema FL.–A.–CH (neben einem unsensiblen kräftigen Auswischer an den DU-Chef Harry Quaderer) so dar, als ob es sich bei dieser Idee um ein internationales Projekt handeln würde, aus dem wir uns in Verantwortung gegenüber unseren Nachbarn nicht heraushalten können.
Das sehe ich eindeutig nicht so. Insofern fühle ich mich mit in die Dummen einbezogen. Das Thema einer Verdichtung des Schienenverkehrs zwischen Feldkirch und Buchs ist meiner Ansicht nach von der liechtensteinischen Regierung auf Drängen einer Gruppierung, um die Freie Liste und der gewohnt hoffnungsvollen Vorstellung anderer politischer Persönlichkeiten, es lasse sich so, wie durch ein Wunder der Letzetunnel und damit auch alle übrigen Verkehrsprobleme verhindern, initiiert worden.
Liechtenstein hat dieses Projekt durch seine Bereitschaft, die Kosten der Vorabklärung im Betrage von mehreren Millionen Franken zu übernehmen, erst möglich gemacht. Von einer Refinanzierung dieser Ausgaben durch die beiden benachbarten Alpenländer ist im Falle eines nicht Zustandekommens des Projektes nirgends die Rede. Zumindest habe ich bisher davon nichts gelesen. Die liechtensteinischen Initianten haben bisher ausschliesslich von der Intensivierung des öffentlichen Nahverkehrs, im Sinne einer Alternative zum Liechtenstein belastenden Individualverkehr (sprich Privatauto) gesprochen. Die Nahverkehrsprobleme der angrenzenden Länder waren in diesem Zusammenhang nie ein die liechtensteinischen Initianten interessierendes Thema. Versucht man uns jetzt, mit neuen Tönen, eine moralische, von unseren Nachbarstaaten bisher «ungeforderte» Verpflichtung einzureden? Sieht so der Beginn der geplanten Aufklärung und Vorbereitung der Liechtensteiner Bevölkerung auf eine Volksabstimmung hin aus? Das wäre ein dramatischer Versuch der Desorientierung.
Dass sich Österreich bereit erklärt hat, an dieses Projekt 45 Millionen Euro zu zahlen und zusätzliche 9 Millionen Euro für die Strecke von Feldkirch bis Tisis, total also 54 Millionen Euro zu übernehmen, so wohl kaum um damit die fachlich hoch qualifizierten österreichischen Grenzgänger schneller und allenfalls umweltfreundlicher nach Liechtenstein zu bringen. Noch kann man nur ahnen, was sich im Hintergrund dieser nachbarschaftlichen Grosszügigkeit verbirgt.
Der Zeitpunkt der Aufklärung wird kommen. FL.–A.–CH ist so keine Lösung! Die Zukunft aber liegt im Trasse!

Franz Marok,
Fallsgass 50, Mauren

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