Leserbrief

Gleichstellung homosexueller Paare im Namensrecht

Freie Liste | 26. August 2014

Anlässlich der ersten Lesung zur Reform des Namensrechts im Landtag hat die Regierung die Auffassung vertreten, dass eine Gleichstellung der gleichgeschlechtlichen Partnerschaften im Namensrecht angegangen werden soll. Da die Reform des Namensrechtes noch von der Vorgängerregierung vorbereitet worden sei und dieses Element nicht vorgesehen war, sei dazu keine Vernehmlassung durchgeführt worden. Dies solle aber zügig nachgeholt werden, so die Regierung. Die Freie-Liste-Fraktion begrüsst dies. Die Anpassung dieses Rechtsbereichs wurde bisher vom Landtag leider nicht explizit eingefordert. Deshalb hat die Regierung vorerst darauf verzichtet, aber immerhin ein baldiges Nachbessern in Aussicht gestellt. Es ist ein Rechtsbereich, der grundlos immer noch diskriminierend ist.
Die Schweiz hat die Gleichstellung im Namensrecht schon vor einiger Zeit beschlossen, ohne zustande gekommenes Referendum. Es trat im Jahr 2013 in Kraft. Auch in Österreich wurde eine solche Diskussion entfacht – gar über eine vollständige Gleichstellung von homosexuellen Menschen. Als eine Gesellschaft, die auch in Liechtenstein kunterbunt gemischt ist und die grossen Wert auf individuelle Freiheiten legt, muss es unser Ziel sein, dass sich alle Menschen in Liechtenstein integriert fühlen. Es ist keine Sensation mehr; manche Menschen sind homo-, bi-, trans- oder intersexuell. Die WHO hat Homosexualität vor mehr als 20 Jahren aus der Liste der psychischen Krankheiten gestrichen. Der erste zaghafte Schritt weg von Diskriminierung und hin zu einer gesellschaftlichen Akzeptanz.
Mit dem Partnerschaftsgesetz hat Liechtenstein erst im Jahre 2011 gleichgeschlechtlichen Partnerschaften eine Rechtsgrundlage gegeben. Dafür geschah dies mit einer sehr hohen Zustimmung bei einer Volksabstimmung, was zeigt, dass die Bevölkerung hinter der Gleichstellung steht. Mittlerweile haben schon 16 Länder die Zivilehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet, somit also eine restlose und definitive Gleichstellung erreicht; das Ziel einer modernen, kunterbunten Gesellschaft. Es ist unsere Pflicht und Verantwortung, allen Bürgerinnen und Bürgern dieselben Rechte und Pflichten zu geben: Ein kleiner Schritt ist die Anpassung im Namensrecht.

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