Leserbrief

«Zur Kritik des Liechtensteiner Vaterlands an der anglikanischen Kirche»

Markus Walser,Generalvikar des Erzbistums Vaduz, Fürst-Franz-Josef-Str. 112, Vaduz | 22. Juli 2014

Die vernichtende Kritik des «Liechtensteiner Vaterlands» vom 19. Juli 2014 am Alpha-Kurs und an der Seelsorgetätigkeit der anglikanischen Holy Trinity Pfarrei in Brompton (London) teilen viele Katholiken nicht. Nur ein prominentes Beispiel: Kardinal Christoph von Schönborn war im Mai 2013 bei der Holy Trinity Brompton Leadership Conference in der Royal Albert Hall in London und gewährte dem von Herrn Agnolazza heftig kritisierten anglikanischen Pfarrer Nicky Gumbel vor etwa 5500 anwesenden Personen ein langes, im Internet zugängliches Interview, in dem er den Alphakurs positiv würdigt und empfiehlt. Auch im Hinblick auf die ökumenischen Bemühungen zwischen der katholischen Kirche und den Anglikanern halte ich solch pauschale und undifferenzierte Kritik, wie sie vom «Liechtensteiner Vaterland» an der anglikanischen Kirche in London geübt wird, für wenig hilfreich, ja eigentlich für unchristlich. Denn auch im Umgang mit unseren anglikanischen Mitchristen müssten die Worte Jesu gelten (Mt 7,3-5): «Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! – und dabei steckt in deinem Auge ein Balken? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.» Ich möchte mich, auch im Namen vieler Katholiken im Erzbistum Vaduz, ausdrücklich von der undifferenzierten Kritik des «Liechtensteiner Vaterlands» an der anglikanischen Holy Trinity Brompton Pfarrei in London distanzieren.

Markus Walser,
Generalvikar des Erzbistums Vaduz, Fürst-Franz-Josef-Str. 112, Vaduz

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