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Leserbrief

Meine Welt, deine Welt

Amon Marxer,Eschen | 30. Mai 2017

Gleichstellung

Erster Teil: Ein Freund, ein guter Freund. Nachdem ich gelesen hatte, dass auch unsere Aussenministerin sich nun für eine Frauenquote ausspricht, habe ich mir mal das aktuelle «Weiss»-Magazin mit dem thematisch passenden Cover und die Internetseite der Vereinigung Hoi Quote angeschaut. Dabei bin ich wieder einmal zur Einsicht gelangt, dass die Wortführerinnen in Sachen Gleichstellung und ich offenbar nicht in derselben Welt leben.
Meine Sicht ist eine Sicht und vielleicht nicht mehrheitsfähig; aus Gesprächen schliesse ich jedoch, dass sie zumindest nicht einmalig ist. Aber Klartext reden will man nicht, weil anscheinend die Meinung vorherrscht, dass das ohnehin nichts nützt. Es ist ein wenig wie in einer kaputten Beziehung: Bei Klagen tief durchatmen, Mund halten und negative Gefühle mit ausreichend Lob zuschütten. Dann hat man wieder seinen Frieden – bis zum nächsten Mal.
Wie bereits in der Vergangenheit angemerkt, denke ich, dass wir beim Thema Gleichstellung mit ein wenig mehr Ehrlichkeit schneller vorankämen. Um Missverständnissen vorzubeugen, möchte ich, bevor ich bald böse Worte zu Papier bringe, Folgendes feststellen: Ich bin ein Freund der Sache. Meine Idealvorstellung wäre, dass Mann und Frau sich sowohl die Kindererziehung wie auch die Erwerbstätigkeit teilen. Ich sehe auch nicht ein, weshalb man an eine Tochter andere Erwartungen stellen sollte als an einen Sohn. Hätte ich eine Tochter, so würde ich ihr drei Dinge mit auf den Weg geben: 1. Bildung bedeutet Freiheit. 2. Dein Verstand ist genauso leistungsfähig wie der eines Mannes. 3. Die Scheidungsrate liegt bei über 50 Prozent. Mehr muss man eigentlich nicht wissen, um sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen – das gilt übrigens, mit entsprechend angepasstem Punkt 2, auch für Söhne.
Meine so kurz zusammengefasste Grundeinstellung zum Thema passt also nicht so recht in die Schablone des typischen Frauenfeindes. Das genervte Seufzen, das mir beim Lesen von Texten zum Thema oft entfährt, liegt am m.E. realitätsfernen Blick auf die Welt, der sich darin widerspiegelt.

Amon Marxer,
Eschen

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