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Leserbrief

DU argumentiert an der Realität vorbei

Hans Frommelt,Gapont 8, Triesen | 29. April 2017

Energieversorgung

Die letzte DU-Zeitungsausgabe widmete sich auch der Stromversorgung Liechtensteins. Der gesetzte Titel – «Strom aus Atom, Kohle und Gas für Liechtenstein – Ökostrom ist unzuverlässig» – zeigt da schon recht eindeutig, dass man nichts dagegen hätte, wenn in Rütti, wo gemäss der NOK, heute Axpo genannt, ein idealer Standort für Grosskraftwerke wäre, ein Atom-, Kohle- oder Gasgrosskraftwerk gebaut würde. Dass ein Grossteil der Bevölkerung in der Schweiz, dem Vorarlberg und Liechtenstein nicht so tickt, werden auch DU hinnehmen müssen. Die Zeiten, in denen man noch Atomkraftwerke und andere fossile Grosskraftwerke plant, gar bauen will, sind vorbei. Das war Schnee von vorgestern, auch der äusserst einseitig vorgelegte Argumentationskatalog pro Atomkraftwerke ist von gestern. Im Zeitungsartikel wird der Strommarkt von Deutschland mit Liechtenstein verglichen. Beide Länder haben wohl äusserst unterschiedliche Proportionen. In Deutschland ist die Gesamtkraftwerksleitung deutlich höher als der Gesamtleistungsbedarf. Deutschland ist auch ein Stromexportland. Liechtenstein war es vor rund 70 Jahren auch. Gemäss dem DU-Zeitungsartikel konnte Liechtenstein – wie festgehalten – am 19. Januar nur 6,8 Prozent des Strombedarfs abdecken. 93,8 Prozent des Strombedarfs mussten zugekauft beziehungsweise importiert werden. Dies ist nicht nur am 19. Jänner so, sondern praktisch jeden Werktag durchs Jahr hindurch. Gemäss Argumentation der DU-Zeitung müsste man folglich praktisch jeden Werktag Stromabschaltungen vornehmen. Weiters wird geschrieben, dass eine Stromspeicherung vom Sommer in den Winter mithilfe eines Pumpspeicherkraftwerkes gewaltig grosse Speicherseen brauchen würde. «Selbst bei uns in den Alpen wäre die Möglichkeit nur theoretisch gegeben.» Gemeint ist, dass die Stromspeicherung von Sonnen- und Windstrom zu teuer ist. Da möchte ich in Erinnerung rufen, dass die riesigen Stauseen in der Schweiz und in Österreich dies schon seit über 60 Jahren machen. Hinter diesen riesigen Staumauern wird das Wasser aus der Schneeschmelze im Frühling und das Meteorwasser vom April bis November gestaut, damit man im Winter, bei Wassermangel, das Wasserpotenzial turbinieren kann. Dieselben Stauseen können auch zur Stromspeicherung von Solar- und Windstrom genutzt werden. Auch in dieser Beziehung ist der Sachverhalt nicht objektiv dargestellt und suggeriert, dass die Speicherung von Solar- und Windstrom zu teuer sein wird. Da in Zukunft die Atomkraftwerke nicht mehr durch neue ersetzt werden dürfen, wird es noch lange genügend freie Kapazität in den bestehenden Speicherseen haben, um Solar- und Windstrom zu speichern. Der Zwischentitel im DU-Zeitungsartikel, wonach Energiespeicher zu teuer seien, zielt ebenfalls an der Realität vorbei. Auch dieser Vergleich zeigt, dass da der Zeitungsartikel mit unterschiedlichsten Proportionen und Behauptungen garniert ist, die journalistisch nie gemacht werden dürfen. Mit anderen Worten – reiner Populismus. Die Zeichenlimitevorgabe unserer Me-dien reichen nicht aus, um weitere Bemerkungen in der DU-Zeitung in ein rechtes Licht zu rücken. Man wird darauf zurückkommen.

Hans Frommelt,
Gapont 8, Triesen

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