Leserbrief

Patientenrecht

Agnes Dentsch,Poliweg 12, Ruggell | 30. März 2017

Gesundheitswesen

In der «Liewo» erschien ein Artikel mit dem Titel: «Nierenleiden häufiger als gedacht» von dem Hallenser Nierenspezialisten Matthias Grindt.
Es hiess unter anderem, dass Übergewicht und Bluthochdruck bis zu 30 Prozent für eine Nierenerkrankung verantwortlich sein können. Aber wer oder was ist verantwortlich für die restlichen 70?
Im Weiteren hiess es unter anderem: «Wir sollten die Krankheitsgruppe deutlich ernster nehmen und auch in der Öffentlichkeit das Bewusstsein schärfen, neben dem Cholesterin auch das Kreatinin zu bestimmen.»
Es wird mit keinem Wort erwähnt, dass zu viele Medikamente (Medikamentenmissbrauch) auch zu Nierenversagen führen. Bluthochdruckmittel, Blutverdünner, Schmerzmittel, Schlafmittel, Cholesterinsenker, Antidepressiva und Co. sind die am meisten verordneten Medikamente. Alle zusammen haben Neben- und Wechselwirkungen. Mit der Zeit sind die Nieren nicht mehr in der Lage, all diese Medikamente zu verarbeiten. Aber nicht nur Nieren-erkrankungen, sondern auch andere Krankheiten (Muskelschmerzen, Herz-Kreislauf-Probleme, Ödeme, rheumatische Beschwerden, verminderte Hirnfunktion wie Demenz usw.) sind die Folgen. Neue Symptome, neue Arztbesuche, neue Medikamente und so weiter. Der Teufelskreis ist perfekt.
Gerade in den Heimen kann gut beobachtet werden, wie immer wieder Bewohner ins Spital eingeliefert werden müssen mit Verdacht auf Nierenversagen. Ihnen werden in Bechern die Medikamente verabreicht und kaum jemand von ihnen weiss, wofür die vielen Pillen sind. Leider fehlt es an Auf- und Erklärung seitens der Ärzte.
Sie haben das Recht über ihre Medikation Bescheid zu wissen. Apotheker können ihnen helfen. Sie können alle ihre Medikamente auf Wirkung-, Neben- und Wechselwirkung überprüfen lassen. Mit dem Ergebnis sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen und um Er- und Aufklärung bitten. Welche Medikamente sind wichtig, welche können weggelassen werden? Lassen Sie sich nicht abwimmeln mit der Aussage: «Das müssen Sie nehmen.»


Agnes Dentsch,
Poliweg 12, Ruggell

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