Leserbrief

Faktenfreier Raum?

VCL Verkehrs-Club Liechtenstein | 22. Februar 2017

Zur S-Bahn «FL–A–CH»

Gewisse Leserbriefschreiber geben betreffend Ausbau der Bahnstrecke Feldkirch-Buchs zur S-Bahn «FL–A–CH» gerne «alternative» Fakten zum Besten. Der VCL möchte die grundlegenden Fakten richtigstellen: Die S-Bahn ermöglicht im grenzüberschreitenden Verkehr einen effizienten Transport der grossen Einpendler-Ströme. Mit der S-Bahn denkt man nicht nur bis zur Landesgrenze, sondern koordiniert die Verkehrssituation in der ganzen Region.
Die wichtigsten Fakten aus liechtensteinischer Sicht: Mit «FL–A–CH» werden die Züge für Einpendler aus Vorarlberg mindestens in den Hauptverkehrszeiten im Halbstundentakt verkehren. Heute sind es nur vier Züge von Feldkirch nach Buchs in der Morgen-Hauptverkehrszeit mit Halt in Altenstadt, Gisingen, Tisis, Nendeln, Forst-Hilti, Schaan Bahnhof. In der Abend-Hauptverkehrszeit fahren fünf Züge von Buchs nach Feldkirch mit denselben sechs Haltestellen. Beim Ausbau zur S-Bahn «FL–A–CH» werden zusätzlich zum 30-Minuten-Takt zwei neue Haltestellen bedient: Tosters und Schaanwald.
Einpendler aus der Schweiz haben heute in Buchs nur drei Morgen-Anschlüsse im Stundentakt. Zum Heimfahren sind es vier Anschlüsse. Mit «FL–A–CH» im 30-Minuten-Takt in den Hauptverkehrszeiten wird neu jeder Anschluss in Buchs bedient werden. Dadurch wird der öffentliche Verkehr auch für Einpendler aus der Schweiz wesentlich attraktiver.
Gemäss ÖBB-Zählungen reisten im Juni 2014 in der Morgen-Hauptverkehrszeit etwa 230 Personen per Bahn via Schaanwald nach Liechtenstein. 2010 nutzten gemäss Regierung pro Tag 560 Fahrgäste aus Österreich die Bahn (BuA 2011/101), was in etwa mit den Zählungen der ÖBB übereinstimmt. Eine Umfrage bei Auto-Einpendlern aus Vorarlberg hat ergeben, dass etwa die Hälfte der relevanten Einpendler bereit wäre, auf einen zuverlässigen öffentlichen Verkehr umzusteigen. Zuverlässig die Anschlüsse sichern in den Hauptverkehrszeiten kann nur die Bahn; der Bus steht zu oft im Stau. Die Zahl von etwa 3000 Personen aus Österreich, die im Jahr 2025 für den Arbeitsweg die Bahn benutzen würden, erscheint realistisch. Für die Einpendler aus der Schweiz rechnet man mit etwa 1700 Personen pro Tag. Die Regierung prognostiziert deshalb mit «FL–A–CH» eine deutliche Entlastung der Strasse.
Bei der Veranstaltung mit dem Vorarlberger Landesrat Johannes Rauch am 6. März in Vaduz werden solche Fakten sicher auch zur Sprache kommen. Details und Anmeldung unter www.vcl.li.

VCL Verkehrs-Club Liechtenstein

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