Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Wärme aus Erdgas oder aus Müll?

Erich Hasler, Herbert Elkuch,DU-Landtagsabgeordnete | 5. August 2017

Erdgas schont Umwelt

Unmittelbar an unserer Landesgrenze wurden im Jahr 2015 tagtäglich 518 Tonnen Müll verbrannt. Müll ist ein Gemisch von allen möglichen Dingen. Kommt da wirklich nur Wasserdampf aus dem Kamin? Bei der Verbrennung von Müll entstehen tonnenweise giftige Gase und Rückstände. 3691 Tonnen Chemie wurden im 2014 für die Entgiftung eingesetzt. Konkret wurde allein im Jahr 2014 in der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Buchs 1 638 590 kg 50%-ige Natronlauge und 1 321 230 kg 25%-iger Salmiakgeist und 229 470 kg 32%-ige Salzsäure und weitere teils giftige und ätzende Hilfsstoffe für die Aufrechterhaltung des Betriebs gebraucht. Im Jahr 2014 wurden 34 800 000 Liter Wasser aus der Verbrennungsanlage in den Rhein gepumpt. An jedem Arbeitstag im Jahr 2014 wurden ca. 167 000 kg Verbrennungsrückstände, ca. 16 000 kg Metalle und ca. 4300 kg Neutralisationsschlamm abtransportiert resp. entsorgt. (1)
Die KVA etablierte sich zum Verkäufer von Dampf und Warmwasser. Das braucht Brennstoff. Nur noch ein Viertel der gesamten verbrannten Menge stammte aus dem Einzugsgebiet der KVA Buchs. (2)
Eine bewährte Sache ist Wärme aus Erdgas. Die Liechtensteinische Gasversorgung (LGV) hat mit einem Dotationskapital aus Steuergeldern von 34,9 Mio. Franken über Jahre ein Erdgasnetz mit rund 425 km Länge aufgebaut, das noch viele Jahre seinen Dienst tut. Die Mitarbeiter der LGV leisten seit Jahrzehnten eine vortreffliche Arbeit. Erdgas ist ein Naturprodukt, verbrennt bei Erdgasfeuerungen praktisch vollständig und verursacht weder Staub noch Russ. (3) Erdgasbrenner sind sehr einfach aufgebaut, keine Filter, keine Chemikalien. Auf einem Gasgrill wird direkt über der Flamme in den heissen Abgasen gebraten, was über einem brennenden Müllsack nicht zu empfehlen ist. Für eine umweltfreundliche Wärmeerzeugung mit Erdgas ist Liechtenstein mit bester Infrastruktur gerüstet, die auch möglichst gut genutzt werden sollte.
Umso unverständlicher ist, dass die LGV, die Regierung und eine Mehrzahl der Landtagsabgeordneten die Wärme aus Müll befürworten. (4) Dazu braucht es eine neue Infrastruktur, eine Parallelinfrastruktur, die viel Geld kostet. Mit jedem Gebäude, das mit dem Müllofen in Buchs geheizt wird, steigt auch der Bedarf an Müll, von dem wir in unserem Einzugsgebiet zu wenig haben. Die Oberen der LGV denken an Warmwasserleitungen zum Müllofen in Buchs, um Erdgas mit dem grünen Blatt durch Müll zu ersetzen! Die LGV hat bei ihrem neuen Logo, zum grünen Blatt, noch ein braunes Blatt dazu gefügt. Warum schweigt die LGU dazu?
1) Aus Geschäftsbericht 2015 VfA Buchs, Seiten 12 und 13
2) Amt für Umwelt und Energie (AFU) Lämmlisbrunnenstrasse 54 9001 St. Gallen, Seite 26
3) Energie Wasser Bern, Art. Nr. 6867-b, Februar 2015, Seite 2
4) BuA 60/2016, Seite 26

Erich Hasler, Herbert Elkuch,
DU-Landtagsabgeordnete

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Liechtensteiner Volksblatt AG
© 2017, Alle Rechte vorbehalten.
Volksblatt Werbung