Leserbrief

Flatterstrom, Teil 1

Arthur Willi, Brüel 17, Balzers | 27. Dezember 2016

Die Planungsgruppe Windpark And hat am 20. Dezember einen Leserbrief veröffentlicht, in welchem viel behauptet, aber sehr wenig belegt ist. Dazu einige Bemerkungen:
Idealer Standort: Die einzigartige, geologische Formation des Burghügels mit dem Schloss Gutenberg obendrauf ist ein einmaliger Blickfang und ein Wahrzeichen von Balzers, von Liechtenstein und dem oberen Rheintal. Die zwei riesigen Windräder im Hintergrund wirken wie eine Faust aufs Auge. Dieser Eingriff in die intakte Natur kann durch den Gewinn von ein bisschen Flatterstrom in keiner Weise akzeptiert oder gerechtfertigt werden. Ein bisschen mehr Stolz für Heimat, Landschaft und Geschichte ist gefragt!
Die vielen vom «Gegenwind»-Komitee mehrfach geäusserten Standortnachteile werden einfach ignoriert oder weggeschwatzt.
Fliesst der Strom wirklich «direkt ins Balzner Netz»? Für die Physik existiert kein «Balzner Netz». Der Strom fliesst vom und ins europäische Netz. Bis heute kann Strom noch nicht wirtschaftlich und effektiv gespeichert werden. Er muss immer dann produziert werden, wann er verbraucht wird. Der Balzner dürfte somit nur noch kochen, kühlen oder waschen, wenn es auf And genügend Wind hat. Wo kommt der Strom her bei Windstille? Vor allem aus alten, «billigen» Atom- und Kohlekraftwerken! Zu unserem Glück oder Leidwesen steht hinter jedem industriellen Windgenerator ein gleich grosses konventionelles Kraftwerk im Stand-by-Betrieb. Wir leisten uns somit zwei redundante Stromproduktionen, wovon die Hälfte im unwirtschaftlichen «Leerlauf» dreht! Wir können unsere Abhängigkeit nur fördern, indem wir weniger Strom verbrauchen!

Arthur Willi,
Brüel 17, Balzers

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