Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Lösung des Kinderbetreuungsproblems zum Jubiläum

Günther Schierle,Wingertgasse 30, Vaduz | 3. August 2017

Es gibt weltweit nur wenige Länder, die 300 Jahre Existenz feiern können, wovon ein Grossteil ohne direkte Beteiligung an Kriegen. So entwickelte sich eines der kleinsten Länder mit Gottes Fügung, einer arbeitsamen Bevölkerung und unter vorausschauender Führung von einem der ärmsten zu einem der reichsten Länder, und das ohne jegliche Bodenschätze.
Darauf darf das Land sehr stolz sein. So ist es begrüssenswert, dass sich als erste die liechtensteinischen Gemeinden in einer gemeinsamen Aktion zu einem Jubiläumsgeschenk zur 300-Jahr-Feier zusammengefunden haben. Ob aber der Verbindungsweg für alle Gemeinden mit einer Hängebrücke oben im Wald zwischen Nendeln und Planken das adäquate Geschenk zum 300-Jahr-Jubiläum darstellt, darüber gehen die Meinungen in der Bevölkerung stark auseinander.
Für den finanziellen Rahmen wurde die Latte recht tief gelegt. So wollen alle Gemeinden zusammen nur halb so viel Geld einsetzen, wie eine einzelne Gemeinde zum Beispiel für die Überholung einer Sportanlage investiert. Gibt es alternative Vorschläge?
Da die letzte Volksabstimmung in der alten Regierungsperiode zur Kinderbetreuung keine Lösung erbrachte, wurde die Meinung vertreten, dass dieses Problem, das ja alle Gemeinden betrifft, in der neuen Legislaturperiode tatkräftig in Angriff genommen werden sollte. Es wurden zwei Arbeitskreise eingerichtet. Da fragt man sich, ob nicht eine zukunftsgerichtete Lösung dieses Problems ein passendes Jubiläumsgeschenk der Gemeinden zur 300-Jahr-Feier darstellen würde?
Am Geld sollte es ja nicht fehlen. Die Reserven der Gemeinden, wenngleich ungleichmässig verteilt, betragen fast eine Milliarde Franken, der Überschuss beim Familienausgleichsfonds über 160 Millionen Franken. Dazu kommen die jährlich positiven Abschlüsse fast aller Gemeinderechnungen.
Vielleicht kann man dazu auch die grossen Industriebetriebe gewinnen, von denen einige schon richtungweisend vorausgegangen sind und die Kinderbetreuung in Eigenregie betreiben.
Selbstverständlich müsste ein tragfähiges Konzept zur Lösung vor allem der finanziellen Verteilungsprobleme erarbeitet werden, wofür etwa ein bis zwei Jahre Vorbereitung genügen sollten, um im Jubiläumsjahr 2019 etwas vorzeigen zu können, das weit in die Zukunft positive Impulse setzt. Wenn man weiss, welche Bedeutung die ersten Lebensjahre für die Entwicklung eines jeden Menschen haben, dann ist jedes hinausgeschobene Jahr für manche ein verlorenes Jahr.
Vielleicht baut die Erinnerung an die letzten 300 Jahre, davon zuletzt viele glückliche und erfolgreiche, eine geistige Brücke zwischen den divergierenden Interessen bei der Lösung der Kinderbetreuung?

Günther Schierle,
Wingertgasse 30, Vaduz

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Liechtensteiner Volksblatt AG
© 2018, Alle Rechte vorbehalten.
Volksblatt Werbung