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Leserbrief

Klinkerstein-Debakel

Franz Schädler,Rossbodastrasse 27, Triesenberg | 29. November 2016

Sanierung

Im «Vaterland» vom 25. Januar 2016 lesen wir: «Das Amt für Bau und Infrastruktur (ABI) nimmt derzeit wieder einmal die Schäden an den Klinkersteinen auf dem Peter-Kaiser-Platz und dem Landtagsgebäude auf. Der Landtag hat für das kommende Jahr erneut einen Instandsetzungskredit von 200 000 Franken genehmigt, somit steigt die Summe, die man innert vier Jahren in Reparaturen investiert hat, auf über eine Million Franken. Eine langfristige Lösung ist noch nicht gefunden. Wie viel die gesamte Sanierung am Ende kosten wird, steht noch in den Sternen. Man könnte erwarten, dass der Architekt, der deutsche Hansjörg Göritz, von den Verantwortlichen schon lange in Kenntnis gesetzt wurde.»
Göritz antwortet auf Anfrage des «Vaterlands»: «Ich bin sprachlos, denn ich habe von diesem Sachverhalt bisher nichts gehört.»
Das ABI, zumindest dessen Amtsleiter, sieht offensichlich keine Verantwortung beim Architekten. Wo oder bei wem liegt denn die Verantwortung?
Das «Volksblatt» schrieb schon am 13. Mai 2015 «Der Staat muss zahlen», da die Verjährungsfristen grösstenteils abgelaufen seien. Regierungsrätin Marlies Amann-Marxer erklärt in der Beantwortung einer Kleinen Anfrage im Landtag, dass die Erfolgsaussichten im Falle einer Klage aufgrund der dokumentierten Bauherrenentscheide sehr gering seien.
Fragen, die sich hier stellen:
Die ersten Mängel wurden angeblich schon 2 Jahre nach Fertigstellung dokumentiert. Wie lange dauert eine Baugarantie auch für verdeckte Mängel? Was wurde unverzüglich in die Wege geleitet? Wurden alle an der Ausführung Beteiligten – Architekt, Ausführungsplaner, Unternehmer, Bauleitung, Hersteller der Klinker etc. – und deren Berufshaftpflichversicherungen sofort informiert? Wurden nur interne Abkärungen vorgenommen und von wem? Wurden externe neutrale Fachexperten beauftragt?
Auch wenn, wie oben erwähnt, die Bauherrschaft (Projektkommission) zusammen mit dem Architekten sich für den sogenannten «Landtagsklinker» entschieden hat, gibt es eine Produkthaftung bzw. eine Garantieleistung. Wurden die notwendigen Abklärungen fachmännisch erledigt oder wurde nur aufgrund der Optik entschieden? Auch wenn die Bauten aus einem anderen Baustoff erstellt worden wäre, müssten die Qualität und Garantien eingehalten werden (z. B. Sichtbeton, Putzfassade etc.). Unverständlich ist auch, dass die Regierung sowie der Landtag auf Kosten der Steuerzahler fortlaufend Kredite, mittlerweile in Millionenhöhe, bewilligt haben – und das ohne absehbares Ende.
Wurden seitens der Abgeordneten Nachfragen und intensive Abklärungen gefordert? Wo oder bei wem liegt die Verantwortung für dieses Debakel? Liegt die Verantwortung wirklich beim Steuerzahler und muss daher der Staat bezahlen?
Der Bürger bzw. der Steuerzahler erwartet hier klare Informationen und Auskünfte, denn nur mit der Aussage, der Staat (das sind eben die Steuerzahler) muss zahlen, ist das Debakel noch nicht bewältigt.

Franz Schädler,
Rossbodastrasse 27, Triesenberg

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