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Leserbrief

Gejammer

Harry Quaderer, Schaan, DU-Landtagsabgeordneter | 29. Juli 2017

Landesspital

Replik auf den Leserbrief von Gert Marxer aus Eschen, in dem er das Fehlen der Patienten im LLS gewissen Politikern vorwirft, die einen Neubau verhindert haben.
Eigentlich hat er nur in einem Punkt seines Leserbriefes Recht: Das Landesspital ist konzeptlos. Unbestritten ist, dass der Verpflichtungskredit zum Neubau des Landesspitals trotz sehr vielen Befürwortern aus den Regierungsparteien sowie der gesamten Ärztelobby im Jahr 2011 in einer Volksabstimmung mit 58,2 Prozent abgelehnt wurde. Hintergrund war schon damals, dass das Landesspital keine Strategie hatte und die Bevölkerung mit dieser Entscheidung der Politik den Auftrag gab, den Inhalt und das Konzept des Landesspitals zu definieren. Leider haben die Hauptverantwortlichen diesen Auftrag, der mit dem Volksentscheid erteilt wurde, nicht erkannt oder akzeptiert. Es ging konzeptlos weiter.
Genau diese Konzeptlosigkeit führt nun dazu, dass der Landtag im September wieder einmal mehrere Millionen ins LLS stecken muss. Es ist schon seit mehreren Jahren bekannt und allen klar, dass eine Privatklinik in Bendern gebaut wurde. Das wussten auch die Verantwortlichen in der Regierung sowie die Damen und Herren Stiftungsräte des LLS. Alle, die glauben, die Schuldigen für das Landesspital-Fiasko finden zu müssen, sollen bei den zuständigen Personen in der Regierung, die sich bedingungslos der Ärztelobby unterwarfen, sowie beim jetzigen und vor der Volksabstimmung von der Regierung gewählten Stiftungsrat suchen, die zusammen mit ihrer Konkurrenzstrategie das LLS in dieses Finanzloch manövrierten. Sie alle haben vor der Realität die Augen verschlossen und versuchen nun wiederum, damit zu argumentieren, dass wir das Landesspital für unsere Grundversorgung brauchen, vergessen aber erneut, ihre Strategie endlich der Realität anzupassen. Es ist wiederum am einfachsten, damit zu argumentieren, dass die Spitäler im Ausland die liechtensteinischen Patienten anlocken und damit zu verdrängen, dass das Landesspital es nicht geschafft hat, bei genügend Patienten das Vertrauen zu erarbeiten, dass sie dort gut aufgehoben sind. Die Patienten ziehen es eben vor, im Ausland behandelt zu werden. Den Gegnern des Neubaus, also den «Referendums-ergreifern» und den über 58 Prozent der Stimmberechtigten, die den Neubau 2011 schliesslich ablehnten, heute alle Schuld für den Schlammassel zuweisen zu wollen, ist geradezu absurd.

Harry Quaderer, Schaan, DU-Landtagsabgeordneter

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