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Leserbrief

Spitalkosten

Agnes Dentsch,Poliweg 12, Ruggell | 29. September 2016

Im «Statistischen Jahrbuch Liechtensteins 2016» habe ich einige interessante Daten gefunden. Diese Daten betreffen nur die Obligatorische Krankenpflegeversicherung.
Von 2004 bis 2014 hatten wir einen Bevölkerungszuwachs von 4503 Einwohnern.
2004 hatten wir 68 Allgemeinmediziner und 50 Fachärzte. Im Jahre 2014 hatten wir bereits 105 Ärzte und 87 Fachärzte, also fast das Doppelte. Die Spitalkosten betrugen 2004 32,75 Mio. Fr. und im Jahre 2014 bereits 61,08 Mio. Fr., also fast das Doppelte. Die Arzneikosten betrugen 2004 noch 18,95 Mio. Fr. und 2014 schon 25,10 Mio. Fr.
Im Verhältnis zum Bevölkerungszuwachs sind die Zahlen für Spitalkosten enorm hoch. Wenn das so weitergeht, werden wir in Zukunft noch mehr Kranke haben. Die Gewinner sind die Ärzte und Spitäler.
Mit der Eröffnung der Medicnova AG in Bendern – einer reinen Operationsklinik – bekommt das Landesspital Konkurrenz. Beide sind Unternehmer, beide sind bestrebt, Gewinne zu erzielen. Schlussendlich geht es darum: Wer kann mehr operieren, wer kann mehr Patienten akquirieren? Wer die besseren «Verkäufer» hat (es gibt sogar Schulungen für Ärzte, wie man Leistungen verkaufen kann), wird auch mehr Patienten haben. Mit Angst und Panikmache können viele Patienten gewonnen werden. Es geht nicht mehr rein um die Gesundheit der Patienten, es geht nicht mehr um Ethik, es geht nicht mehr um den hippokratischen Eid, es geht um Gewinnmaximierung.
Wenn die Spitalkosten so rasant weitersteigen (und die werden weitersteigen, wenn die Medicnova AG eröffnet wird) wie zwischen 2004 und 2014, werden auch die Gesundheitskosten steigen und natürlich auch die Prämien. Ob wir ab 2018 auch noch eine Prämienreduktion erleben dürfen, bezweifle ich.

Agnes Dentsch,
Poliweg 12, Ruggell

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