Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Grenzen öffnen

Arthur Schädler,Faraboda, Triesenberg | 28. Juli 2016

«Gesundschrumpfen»

Im «Wirtschaft Regional» vom Samstag, den 23. Juli, wird gross über die Flaute im Bausektor gehadert. Vor allem die Baumeister scheinen nach erfolgreichen und lukrativen Jahren auf hohem Niveau zu jammern. Die einzige Chance, diesem Dilemma entgegenwirken zu können, sehen sie nun in der Öffnung der Grenzen, um dadurch wieder vermehrt bauen zu dürfen.
In ihren Argumenten weisen sie darauf hin, dass dadurch die Wertschöpfung im Land bleiben würde und sowohl Händler als auch andere Branchen profitieren könnten.
Schon vor mehr als 15 Jahren, als die Wirtschaft im Lande noch auf Hochtouren lief und eigentlich nur der Tourismus und die Gastronomie unter der restriktiven, mit dem EWR ausgehandelten Aufenthaltzulassung litten, brachte der Wirteverband genau diese Argumente bei den zuständigen Behörden und der Regierung ein. Dabei ging es nicht darum, leere Wohnungen zu füllen, sondern Mitarbeiter gut und sozialverträglich zu behandeln. Denn für die Gastronomie ist es ein grosses Problem, ihre Mitarbeiter im nahen Ausland unterzubringen und als Grenzgänger in Liechtenstein zu beschäftigen (unregelmässige Arbeitszeiten, doppelte Steuerbelastung usw.).
Wenn wir schon vom ungelernten Hilfsarbeiter verlangen, dass er die Belastung als Grenzgänger auf sich nimmt, so muss dies auch vom hochqualifizierten, gut verdienenden Manager verlangt werden können.
In ihrem Kampf um eine Lockerung der Zulassung wurde die Gastronomie Liechtenstein weder von der GWK noch von deren Sektionen gross unterstützt. Insbesondere vom Bauhaupt- und Nebengewerbe wurden wir nur belächelt und mit ein paar allgemeinen Floskeln beruhigt und im Stich gelassen. (Alle hatten Angst, dass durch die Lockerung der Ausländeranteil massiv steigen würde.) So konnte auf die damalige Regierung kein grosser Druck ausgeübt werden.
Und nun sollen, nur um ein paar leer stehende Wohnungen zu füllen und dadurch weiterhin kostbares Land verbauen zu können, die Grenzen geöffnet werden?
Dies scheint mir doch die einfachste und unüberlegteste Lösung des Problems zu sein.
Wie uns damals ebenfalls geraten wurde, sollten auch die Baumeister nach anderen Lösungen suchen. Oder es kommt auch hier, wie in anderen Bereichen auch, zu einer Gesundschrumpfung. Vor allem darf nicht passieren, dass unser kostbarstes Gut, der Boden, sinnlos von Spekulanten verbaut wird.
Dazu ist in derselben Ausgabe des «Wirtschaft Regional» ein interessanter Kommentar von Dorothea Wurmbrand Stuppach zu lesen.

Arthur Schädler,
Faraboda, Triesenberg

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Liechtensteiner Volksblatt AG
© 2017, Alle Rechte vorbehalten.
Volksblatt Werbung