Leserbrief

Replik: Zu den «Risiken» einer Rheinaufweitung

Mario F. Broggi,St.Mamertenweg 35, Triesen | 29. Juni 2016

Herr Othmar Züger spricht von grossen Risiken bei allfälliger Rheinaufweitung. Eine von ihm zusätzlich erwähnte «physikalische Gesetzmässigkeit» bilden richtigerweise die engsten Stellen. Es sind dies aber weniger die von ihm erwähnten Dämme als die Brückenpfeiler, siehe alte Rheinbrücke Vaduz – Sevelen, wo Baumstämme bei relativ kleinem Pfeilerabstand hängen bleiben können. Solche engen Stellen bleiben mit und ohne Aufweitung bestehen. Hierfür ist mengenmässig auch nicht ein allfälliger Bewuchs im Rheinbett massgeblich, sondern was an Erosionen im Einzugsgebiet (zum Beispiel im Prättigau) geschieht. Herr Züger geht von der Annahme aus, dass sich bei Katastrophenhochwasser auf Ausweitungsstrecken «Schwemmholzwände» bilden, die zu Stauseen werden und dann zum Dammbruch führen sollen. So etwas wurde in unseren Breiten noch nie beobachtet. Die Begründung liegt darin, dass Herr Züger insbesondere «biologische Gesetzmässigkeiten» missachtet. Das Flussbett wird sich nach Ausweitungen nie auf der ganzen Breite mit einem Bewuchs von hohen Bäumen auffüllen und als Hindernis wirken können. Die Bäume wachsen allenfalls auf den höchsten Punkten der Kiesinseln. Diese sind stromlinienförmig in der Flussrichtung und nicht als Querriegel angeordnet. Die Dynamik der mittleren und grossen Hochwässer begrenzen zudem den Baumbewuchs. Die allfällige Baumvegetation findet sich also längsstreifig in der Flussrichtung und lückig im Flussbett verteilt und bildet also kein Abflusshindernis, zumal der Abfluss ja doppelt bis dreifach verbreitert sein wird. So wird der bisherige Kanal zur strukturierten Lebensader. Der Alpenrhein ist unsere Aorta, also unsere Hauptschlagader, und soll für Mensch, Tier und Pflanze wieder attraktiv werden.

Mario F. Broggi,
St.Mamertenweg 35, Triesen

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