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Leserbrief

Zoff um Hochprozentiges

Klaus Schatzmann,Megeriweg 5, Triesen | 30. September 2017

Geldspielabgabe

Franz Schädlers Aussagen betreffend Erhöhung der Besteuerung von Casinoeinnahmen sind für mich verständlich.
Vor einigen Jahren habe ich ebenfalls eine solche gefordert. Die Hoteliers vom LHGV empfanden einen damaligen Besteuerungssatz von 12 % (!) im Vergleich zur Schweiz, wo die Besteuerung bei 40 % begann, schlichtweg als skandalös. Eine derart tiefe Besteuerung war aus der Optik der Gastronomen in zweierlei Hinsicht problematisch.
1. Damals war landesweit eine einzige Bewilligung für ein Casino vorgesehen. Somit hätte der Betreiber des geplanten Casinohotels eine Monopolstellung innegehabt.
2. Aus Sicht der Hoteliers wäre eine Querfinanzierung Hotel-Casino sehr wahrscheinlich gewesen. Dies hätte zu einer Wettbewerbsverzerrung in der Hotellerie geführt, welche wir so nicht akzeptieren wollten.
3. Aufgrund des massiv höheren Ertragswerts für die Casinogesellschaften sollte es durchaus Sinn machen, dass diese ihre Kunden aus der Schweiz und Österreich nach Liechtenstein transferierten. Daran hätten wir auch gar nichts auszusetzen gehabt, so lange auch im Glücksspielgewerbe ein Wettbewerb gewährleistet wäre. Aber das war es nicht!
Beim damaligen Wirtschaftsminister Dr. Martin Meyer stiessen wir damit ebenso auf taube Ohren wie beim Aufsichtsrat von Liechtenstein Marketing. Eines der vielen fragwürdigen Gegenargumente war z.B., dass in «Weissrussland» der Abgabesatz sogar noch geringer war!
Unsere Bedenken von damals zählen heute nicht mehr, da der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen angepasst hat. Vielleicht auch mit einem Blick auf unsere damaligen Forderungen? Ausserdem wurde der festgesetzte Geldspielabgabesatz auf 17,5 % erhöht und mit der Progression von 2,75 % ab 1 Mio. Franken und ebenso für jede weitere Million sind wir nicht mehr sehr weit von Schweizer Verhältnissen entfernt.
Trotzdem hege ich eine sehr grosse Sympathie für Franz Schädlers Argumentation. Auch wir mussten uns damals grosse Vorwürfe gefallen lassen. Ein früherer Berufskollege, der unseren Ansatz, gegen eine zu niedrige Besteuerung Position zu beziehen, offensichtlich nicht richtig verstand, warf uns gar öffentlich «Futterneid» vor. Der LHGV wollte und will keine neuen Hotels verhindern, sondern gleich lange Spiesse für alle Beteiligten schaffen. Ob uns das gelungen ist? Nun, was die Casinogeschichte angeht – ja.
Aber sonst? Ein fairer Wettbewerb in der Gastronomie? «Wir stehen selbst enttäuscht und sehen betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen.» (Zitat B. Brecht)

Klaus Schatzmann,
Megeriweg 5, Triesen

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