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Leserbrief

Richtigstellung von Falschaussagen der Referendumsgruppe

Gerhard Konrad, Gemeindeförster von Schaan und Planken, eidg. dipl. Natur- und... | 29. September 2017

Die Referendumsgruppe gegen das Jubiläumsprojekt der Gemeinden zum 300-Jahr-Jubiläum Liechtensteins macht falsche Aussagen. Eine kurze Richtigstellung:
1. Der Standort der Jubiläumsbrücke befindet sich nicht in der unberührten Natur, sondern in einem beliebten Naherholungs- und Wandergebiet.
2. Jubiläumsweg und -brücke bilden die kürzeste und für Wanderer attraktivste Fusswegverbindung zwischen Planken und Nendeln. Alle anderen Wege, die von der Referendumsgruppe als Alternative dargestellt werden, sind dafür weniger gut geeignet und teilweise gefährlich.
3. Der von der Referendumsgruppe bemühte Kernlebensraum von Wildtieren im Landesrichtplan erstreckt sich auch auf Wohngebiete und enthält bereits heute mehrere, von erholungssuchenden Menschen häufig genutzte, offiziell markierte Wanderwege. Mit der Verbindung durch die Jubiläumsbrücke entsteht eine Hauptwanderroute, was Störungen auf vielen anderen Wegen reduziert und dazu beiträgt, dass durch eine «Kanalisierung» die Lebensräume der Wildtiere insgesamt besser geschützt sind.
4. Die unbeleuchtete Jubiläumsbrücke wird in der Regel nicht, wie behauptet, auch in der Nacht überquert und auch nicht im Winter.
5. Dass die Jubiläumsbrücke das Wild massiv stört und Schäden im Schutzwald die Folge wäre, geht am Kernproblem vorbei: Die Schäden in unseren Schutzwäldern sind bereits in einem Masse vorhanden, dass sie fast nicht mehr grösser werden können. Dafür ist jedoch nicht die Störung des Wildes verantwortlich, sondern einfach die Tatsache, dass es in unseren Wäldern viel zu viel Wild hat und dass sich die drei Hauptwildarten den Lebensraum streitig machen.
6. Der Jubiläumsweg wird für die liechtensteinische Bevölkerung geschaffen und kann selbstverständlich auch von Besuchern genutzt werden. Eine touristische Vermarktung steht aber nicht im Vordergrund, weshalb es auch keine diesbezüglichen Konzepte braucht.
Einiggehen wir mit der Referendumsgruppe, dass wir aus Anlass des grossen Jubiläums solidarisch und im starken Zeichen des Miteinanders handeln sollten. Deshalb bitten wir die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Balzers und Vaduz, für ein gemeinsames Jubiläums­projekt und gegen das ­Referendum zu stimmen. Denn einfach Nein zum Jubiläumsprojekt zu sagen, ist zu einfach.

Gerhard Konrad, Gemeindeförster von Schaan und Planken, eidg. dipl. Natur- und Umweltfachmann
Adrian Gabathuler, Gemeindeförster von Eschen-Nendeln

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