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Leserbrief

Nun mit Nachbarn zusammenschliessen

Hans Frommelt,Gapont, Triesen | 21. März 2016

S-Bahn «FL–A–CH»

Das «Liechtensteiner Vaterland» interviewte in der Ausgabe vom vom 15. März Georg Sele über sein S-Bahn «FL–A–CH»-Projekt von Feldkirch nach Buchs, mit einem Teil-Doppelspurausbau der ÖBB-Linie bis Nendeln.
Der ÖBB-Railjet fährt zwischen Innsbruck und Wien teilweise mit 230 Stundenkilometern durch die Gegend. Zwischen Feldkirch und Buchs muss er, auch wenn ein Teil der eingleisigen Strecke zwischen Feldkirch und Buchs in Doppelspur ausgeführt würde, nach wie vor immer noch im ersten Gang durch die Gegend fahren. Zudem, in Buchs muss er die Fahrrichtung ändern, was auch Zeit kostet. Eine Auflösung der sechs Bahnschranken in Schaan, eine Forderung aller Sicherheits- und Verkehrs-Fachleuten, wurde von Georg Sele noch nie angesprochen. In der Schweiz, Österreich und Deutschland forderten sogar die Gesetzesgeber, dass entlang internationaler Strecken sämtliche Barrieren eliminiert werden müssen, was weitgehend auch geschehen ist.
In einem Punkt muss man Georg Sele recht geben. Die internationale Anbindung – insbesondere Richtung Friedrichshafen, München und Augsburg – muss verbessert werden. Es geht da auch um den öffentlichen Verkehr zu den Flughäfen Altenrhein, Friedrichshafen, Memmingen und München. Dies beschäftigt nicht nur unsere international tätige Wirtschaft, sondern auch den Tourismus in Graubünden, Heidiland bis zum Wintersportort Flumserberge. Kommt dazu, dass in Graubünden eine Winterolympiade-Kandidatur erneut ernsthaft diskutiert wird.
In der Schweiz werden die Meinungen der Gemeinden, lokalen Wirtschafts- und Tourismusverbände bezüglich Entwicklungen des öffentlichen Verkehrs bereits nach einer Grobplanung über ein Vernehmlassungsverfahren eingeholt. Selbst kleine Fahrplanänderungen werden in die Vernehmlassung geschickt. Solches wurde bei uns nie gemacht. Es wurde immer nur die scheinbare Zweckmässigkeit bezüglich dem S-Bahnprojekt «FL–A–CH» vorgegaukelt.
Einig ist man sich bei den nachbarlichen Wirtschafts- und Tourismusverbänden schon lange. Mit der Bahn, auch die Autobahnen, über Zürich und Basel ist man bestens an das nordwestliche Europa angebunden. Hapern tut es Richtung Friedrichshafen, München und Augsburg. An die Überlegungen von den Kantonen Graubünden, St. Gallen und dem Bundesland Vorarlberg, wie die Bahnverbindungen Richtung nordöstliches Europa verbessert werden können, sollte sich Liechtenstein nun endlich anschliessen. Das bald 20 Jahre andauernde Projekt S-Bahn «FL–A–CH» liefert in diesen Beziehungen keinen Beitrag, es verhinderte nur diesbezügliche Diskussionen. Nachdem das S-Bahnprojekt zwischen Feldkirch und Buchs praktisch gestorben ist, wäre die Zeit gekommen, dass man sich den Bahnausbauvorstellungen der Nachbarn zuwendet, anstelle von einem dauernden Aufwärmen eines unzweckmässigen Einzelprojektes, welches vollkommen quer im Bahnstreckennetz liegt.

Hans Frommelt,
Gapont, Triesen

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