Dienstag - 10. März 2009 | 17:20
Drogenbekämpfung laut EU-Studie international in der Sackgasse
WIEN - Der weltweite Kampf gegen den Drogenmissbrauch ist in der Sackgasse. Ungeachtet der internationalen Bemühungen um die Bekämpfung des Rauschgifthandels hat sich in den letzten zehn Jahren am weltweiten Drogenproblem fast nichts geändert.
Dies geht aus einer Studie der EU-Kommission hervor, die in Wien veröffentlicht wurde. Die Verfasser konnten zwar "leichte Verbesserungen" in einigen reicheren Ländern registrieren. In ärmeren Staaten, zu denen auch grosse Entwicklungs- oder Schwellenländer gehören, habe sich die Lage jedoch "erheblich verschlechtert".
Insgesamt kommt der Bericht zu dem Schluss, dass die Drogenbekämpfungsmassnahmen im letzten Jahrzehnt vor allem auf nationaler Ebene weltweit verstärkt wurden. So seien die Bemühungen um Hilfe für Drogenkonsumenten ausgebaut und härtere Massnahmen gegen Drogenhändler verabschiedet worden.
Doch in der Praxis fanden die Autoren der Studie keine Anhaltspunkte für eine wirkliche Besserung. Das weltweite Drogenproblem sei nur komplexer geworden.
So seien die Preise für Drogen in den meisten westlichen Ländern seit 1998 um nicht weniger als zehn bis 30 Prozent gefallen, und dies, obwohl die Drogenhändler in einigen Ländern strenger bestraft würden. Andererseits gebe es keine Hinweise darauf, dass der Erwerb von Drogen etwa schwieriger geworden ist.
Der Bericht wurde einen Tag vor einer Tagung internationaler Experten veröffentlicht, die ab diesem Mittwoch in Wien im Rahmen der jährlichen Tagung der UNO-Suchtstoffkommission (CND) stattfindet.
Weltweit rückläufig ist der Konsum von Cannabis, der allerdings in einer wachsenden Zahl von Ländern nicht mehr als Rauschgift gilt.