Sonntag - 25. Februar 2007 | 14:27
Eine bunte Angelegenheit
BISCHKEK - Unterstützt vom Kulturbeirat der Regierung nahm der Liechtensteiner Künstler Vlado Franjevic an der internationalen Ausstellung «Transit-South Pole» in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek teil, die am 15. Februar eröffnet wurde. Der Titel seines Beitrags: «Angels of Migration».
Zentralasien sucht seit dem Zerfall der Sowjetunion neue Wege, sich nach aussen und innen neu zu definieren. Die dortigen Kunstschaffenden bekommen vermehrt durch ausländische Kulturprogramme die Chance, ihre Ideen in die Welt herauszutragen und ihre neugewonnenen Erkenntnisse in ihre Ursprungsländer zurückzubringen. Vernetzung ist auch hier das Gebot der Stunde.
Thema MigrationAm 15. Februar wurde «Transit-South Pole» in Bischkeks «City of Artists» von deren Leiter Shaarbek Amankul in Anwesenheit einheimischer Prominenz, zahlreicher Presseleute und Kunstschaffenden eröffnet. Diese Ausstellung ist eine bunte Angelegenheit, so bunt wie der Teilnehmerkreis aus Kirgisistan, Usbekistan Kasachstan, den USA und europäischen Länder wie Deutschland, Estland und Liechtenstein. Franjevic hat mit seinen, wie er sagt, «kulturverbindenden Schaffensprinzipien» 19 internationale Künstler in sein Projekt eingebunden. Die internationale Kunstschau zum Thema Migration ist auch in den künstlerischen Ausdrucksformen und, nach Einschätzung Franjevics, hinsichtlich der Qualität der gezeigten Arbeiten, äusserst heterogen. Gezeigt werden Installationen, Malerei, Photographie und Videos und Performances.
Kunst verbindetFranjevics Installation «Angels of Migration» besteht aus drei Einheiten: Die erste umfasst die an der Wand aufgehängten schriftlichen oder graphischen 25 Beiträge seiner 19 Korrespondenten. Daneben wird auf einer Bühne auf einem von fünf, mittels einer farbigen Schnur verbunden, Metallgestellen umgrenzten Fernseher das Video «4 Ecken 3 Menschen» gezeigt, in dem 29 Personen aus Liechtenstein und Umgebung in 32 Sprachen den Text «vier Ecken drei Menschen, drei Menschen fühlten vier Ecken aus» aufsagen. Franjevic geht es um die Verbundenheit von Menschen, Räume und Kulturen durch künstlerische Aktion. Für Franjevic, der sich selbst als «ewiger E/Migrant» bezeichnet, sind derartige Einladungen willkommene Gelegenheiten, sich auf internationalen Künstlerplattformen austauschen zu können. «Nur die eigene Erfahrungen zählen». Franjevic ist dankbar für die Unterstützung, die ihm von öffentlicher und privater Seite für seine Arbeit zuteil wird. «Ohne solche Unterstützungen wäre vieles oder zumindest einiges einfach nicht machbar!» Näheres unter www.vlado.li.