Mittwoch - 19. September 2007 | 14:14
Nachwuchs bei Flamingos und Pinguinen im Zürcher Zoo
Dem ersten Hochnebel und der kühlen Witterung zum Trotz: Im Zoo Zürich brüten die chilenischen Flamingos im Freien ihre Eier aus. Ein seltenes Ereignis; der nasse Sommer hat nachgeholfen.
Nach zehn Jahren gibt es bei den Flamingos im Züricher Zoo wieder Nachwuchs, wie Zoo-Direktor Alex Rübel am traditionellen Medien-Apéro verkünden konnte. Zwei Junge sind vor wenigen Tagen geschlüpft, weitere dürften in den nächsten Tagen folgen.
Auf einem halben Dutzend 40 Zentimeter hohen Schlammhügeln brüten die treuen Pärchen, die in "Dauerehe" leben, ihre Eier aus. Die Hügel bauen Flamingos in der freien Wildbahn ins seichte Wasser, um die Brut vor Feinden, aber auch vor zu hohem Wellengang zu schützen.
Seit Jahrzehnten beherbergt der Zoo Zürich eine Kolonie der rosa-orange gefärbten eleganten Wasservögel - zurzeit sind es 51 Tiere. Und diese ticken anders, wie Rübel erläuterte. Wegen ihres Ursprungs in der südlichen Hemisphäre brüten sie bei uns gegen Herbst, wenn auf der anderen Seite der Erdkugel der Frühling beginnt.
Flamingos zählen zu den gefährdeten Tierarten, sie sind durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt. Im Zürcher Zoo läuft deshalb ein Zuchtprogramm, seit 1996 gab es jedoch keinen Nachwuchs mehr.
Ausgelöst wurde der Zuchterfolg laut Rübel ausgerechnet durch den nasskühlen Sommer. Erfahrungsgemäss müsse es zum richtigen Zeitpunkt regnen, um den Brutinstinkt der Tiere auszulösen. Und da es häufig regnete, lief in diesem Sommer für das Zuchtprogramm offenbar alles richtig.
Auch bei den chilenischen Humboltpinguinen kann sich der Zürcher Zoo heuer nicht über mangelnden Nachwuchs beklagen. Insgesamt gab es neun Junge. Im Unterschied zu den Flamingos halten sich aber die Pinguine an die übliche Frühjahrs-Brutzeit trotz ihrer Abstammung. Dennoch kann zurzeit ein im Juli zur Welt gekommener junger Nachzügler bestaunt werden - in seinem putzigen grauen Flaumkleidchen.