Dienstag - 20. Oktober 2009 | 16:39
Massiver Anstieg von Asylsuchenden
VADUZ - 105 somalische Staatsangehörige haben in den letzten zwei Monaten in Liechtenstein um Asyl angesucht. Auf 18 dieser Gesuche wurde nicht eingetreten, 16 Somalier sind untergetaucht.
Der Bestand im Aufnahmezentrum für Asylsuchende beläuft sich heute auf 71 Personen allein aus Somalia, ein bislang einzigartiger Umstand, der nicht wie bislang als das übliche Auf und Ab im Asylbereich erklärt werden kann.
Auf 18 der Gesuche wurde nicht eingetreten, da zweifelsfrei festgestellt wurde, dass diese somalischen Staatsangehörigen entweder über die Schweiz oder Österreich illegal nach Liechtenstein eingereist sind. Weitere 16 somalische Staatsangehörige sind zwischenzeitlich untergetaucht.
Massiver AnstiegDie Befragungen der Asylsuchenden, die polizeiliche Kontrolle der Effekten und dieser Gesuchsteller selbst, weisen auf eine gezielte Schleppertätigkeit hin. Um weitere Erkenntnisse dazu zu gewinnen, wurde am Dienstag erneut eine Personenkontrolle gemäss Flüchtlingsgesetz im Aufnahmezentrum durchgeführt. Ziel ist es nach wie vor, den Schleppern auf die Spur zu kommen und diejenigen Asylbewerber wieder in jene Staaten zurückzuweisen, die für die Behandlung des Asylsgesuchs zuständig sind.
Unterbringung in LiechtensteinMit den weiteren Gesuchstellern sind nun im Aufnahmezentrum und in verschiedenen Wohnungen in Liechtenstein insgesamt 97 Personen untergebracht. Im Aufnahmezentrum selbst wird der bisherige
Aufenthaltsraum ebenfalls nun als Schlafraum genutzt. Deshalb werden auf dem benachbarten Areal Container aufgestellt, die während der kalten Witterung die Möglichkeit zum Aufenthalt geben. Damit steht temporär eine weitere geheizte und einfach eingerichtete Fläche von rund 90 m2 als Aufenthaltsraum zur Verfügung.
Derweil laufen die Abklärungen über die Asylgründe und das weitere Schicksal der Gesuchsteller mit Hilfe von Dolmetschern auf Hochtouren. Es laufen unter anderem Abklärungen, den somalischen Gesuchstellern, - wie allen anderen Asylsuchenden auch -, zu einer Arbeit in Liechtenstein zu verhelfen, um einerseits einen Teil der mit dem Asylverfahren verbundenen Kosten für Kost, Logis, Betreuung und Vollzug zu decken, andererseits aber auch, um den Aufenthalt in Liechtenstein während der Dauer der Abklärungen sinnvoll zu gestalten.
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