Freitag - 22. Februar 2008 | 12:49
«Habe nichts zu verlieren»
FALUN - Mit gemischten Gefühlen geht Markus Hasler am Samstag in Falun (Sd) erstmals seit einem Jahr wieder an den Start eines Wettkampfs auf Weltcupstufe. Der Eschner wird in der Verfolgung über 30 km sein Bestes geben.
Seit über 15 Jahren kennt Markus Hasler die Loipen in den Wäldern oberhalb des Lugnet-Parkes der Stadt in Mittelschweden. In der Vergangenheit sind an den Strecken einige Modifikationen vorgenommen, und sogar die Schweden haben gelernt, dass auf Frau Holle nicht mehr immer Verlass ist, sondern dass man ihr mit Kunstschnee zur Seite stehen muss.
«Doch, es ist weiss. Die Loipe ist gut mit Schnee belegt», berichtete Hasler, der am Mittwoch nach Falun reiste und am Donnerstagmorgen die erste Streckenbesichtigung vornahm: «Es gab keine Überraschung. Ich wusste ja, was mich erwartet.» Der Eschner zählte zu den ersten Weltcup-Langläufern vor Ort, durfte aber feststellen, dass er trotz seiner Absenz seit der letzten nordischen Ski-WM nicht ganz vergessen ging: «Die Reaktionen der nach und nach eintreffenden Athleten und Betreuer war positiv. Die meisten zeigten sich überrascht, dass es mich noch gibt. Es ergaben sich interessante Gespräche, und es zeigte sich, dass mich noch nicht alle vergessen hatten.»
Die Freude über das Wiedersehen wurden durch den Schock etwas gedämpft, den Markus Hasler beim Studium der Rennunterlagen erhielt. Beim Verfolgungsrennen über je 15 km in klassischer und freier Technik muss der berühmte «Mörderbakken» im Diagonalstil viermal zur Hälfte und im Skating viermal gänzlich hoch gelaufen werden. Ein solches Profil unterscheidet sich wesentlich von den Strecken im FIS Marathon-Weltcup, die der Eschner im Verlaufe dieses Winters hinter sich gebracht hat.
Gleich bleibt, weil es sich um ein Massenstartrennen handelt, der Kampf Athlet gegen Athlet. In dieser Hinsicht weist Markus Hasler einen gewichtigen Nachteil auf. Wegen seiner Absenzen im Weltcup fehlen ihm die wichtigen FIS-Leistungspunkte, die über die Startaufstellung entscheiden. Aller Voraussicht nach muss der einzige liechtensteinische Teilnehmer unmittelbar vor der schwedischen nationalen Gruppe Aufstellung nehmen. Das heisst, dass mindestens 60 bis 70 Gegner das Rennen vor Hasler in Angriff nehmen werden. Wichtig wäre also, einen guten Start hinzulegen und möglichst schnell ins Mittelfeld vorzustossen. Nur - das wollen alle anderen auch!
Aufgrund früherer Verfolgungsrennen kann davon ausgegangen werden, dass die norwegischen Klassiker auf der ersten Distanzhälfte ein hohes Tempo anschlagen, um den einen oder anderen Skater in die Defensive zu drängen. Auf der zweiten Streckenhälfte werden die Skater die Entscheidung um eine gute Schlussklassierung suchen. Markus Hasler gibt sich keinerlei Illusionen hin: «Ich bleibe realistisch. Wenn mir eine Klassierung im Mittelfeld gelingt, habe ich ein gutes Rennen abgeliefert. Wenn alles für mich läuft, liegt vielleicht der eine oder andere Weltcuppunkt drin. Aber dann muss wirklich alles zusammenpassen.»