Samstag - 15. Dezember 2007 | 02:26
Schispringer, Sponsoren, Dikatoren
FELDKIRCH - Christoph & Lollo singen längst nicht mehr nur Schispringerlieder. Trotzdem bilden diese nach wie vor den Kern ihres Liverepertoires. Das Publikum im TaS erlebte am Donnerstag einen prima Aufritt des «Rock-Kabarett-Duos» aus Wien-Favoriten.
«Man nennt uns Rock-Kabarett und hat uns einen Preis verliehen», steht auf ihrem Netzplatz. Gemeint ist der dritte Platz im Wettbewerb um das Scharfrichterbeil im Passauer Scharfrichterhaus am 5. Dezember, bzw. der Bericht darüber im «Standard». Christoph und Lollo sind immer noch schwer einzuordnen. Jedenfalls machen sie zusammen Musik, und die anzuhören, insbesondere live, macht Spass.
Zu dem Etikett «Rock-Kabarett-Duo» hat ihnen ihre unorthodoxe Aufführungspraxis verholfen: Christoph singt im Stehen, mit einem «weissen Spritzer» in der Hand, Lollo sitzt neben ihm, spielt gar nicht so schlecht Gitarre und singt ab und zu, wenn ihm danach ist, eine zweite Stimme. Sonst nippt er an einem gut eingeschenkten Glas Rotwein und liefert sich mit Christoph witzige bis absurde Dialoge, die alles andere als einstudiert wirken, und die Stücke in relativ freier Assoziation miteinander verbinden. Welches Lied dran kommt, ergibt sich mehr oder weniger spontan im Gespräch und gegenseitigen Einander-Aufziehen.
Mit dem uralten «Milchgesicht» eröffnete das Duo das Konzert, das über zwei Stunden dauerte und neben etlichen anderen Schispringerliedern schwerpunktmässig Lieder aus dem aktuellen Album «Hitler, Huhn und Hölle!» beinhaltete. Christoph war gesundheitlich sichtlich angeschlagen ? angeblich war es Brechdurchfall; jedenfalls war er ständig am Rotzen und Husten. Er hielt tapfer durch, auch wenn er ein paarmal in den Höhen Schwierigkeiten hatte, etwa beim neuen Lied «Sponsoren». Die neuen Lieder sind zwar genauso witzig wie die alten, aber auf weniger simple, direkte Art. Christoph & Lollo sind eben doch künstlerisch gereift. Als Zugabe sangen sie ihren grössten, oder, wie sie sagen, einzigen Hit, «Funaki». Der Text steht immer noch auf dem über zwölf Jahre alten Zettelsaat, der immer mehr Fehlstellen aufweist, denn «unsere Fans sind ein übles Diebsgesindel.» Danke fürs Kompliment.
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